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Wisdom in chains - Nothing In Nature Respects Weakness

Wisdom in chains - Nothing In Nature Respects Weakness
Wisdom in chains - Nothing In Nature Respects Weakness

Wisdom in chains

Nothing In Nature Respects Weakness LP
Demons Run Amok
Mit ihrem nunmehr siebten Studioalbum gibt es insbesondere mit dem Albumtitel Klärungsbedarf. Denn die Annahme, dass die Natur keine Schwäche respektiert, lässt darauf schließen, dass in der Natur stets der Stärkere siegt. Fressen und gefressen werden?

Dass angeblich der Stärkere immer den Sieg davonträgt, ist eine Fehlinterpretation, die mit der Übersetzung des "Survival of the fittest" zusammenhängt.
Überleben, suggeriert, dass es ständig um Leben oder Tod gehe, dass man selbst fresse oder eben gefressen werde. Sänger Mad Joe Black erklärt den Albumtitel damit, dass es darum geht, wenn du aufgeben willst, du immer weiter nach vorne drängst. Die Natur wird dich nicht bemitleiden. Das Leben wird dich nicht bemitleiden. Also mach dich fit, die unvermeidlichen Kämpfe im Leben zu kämpfen." Ehrlich, selten habe ich so einen Quatsch gehört und wenn, dann kommen diese falschen Behauptungen aus Reihen der extremen Rechten und VerschwörungstheoretikerInnen. Denn es geht eben nicht um das Recht des Stärkeren, sondern in der Natur geht es um Konkurrenz. Triebfeder für die Fortentwicklung in der Evolution. Die Basis für diese Konkurrenz stellt aber die Kooperation dar. Sie ist das eigentliche Erfolgsmodell der Evolution. Wisdom in chains propagieren also Darwinismus und den Sieg des Stärkeren und meinen wohl doch eher Spencers Sozialdarwinismus, in dem jeder seines Glückes Schmied, aber auch jeder an seinem Unglück selbst schuld war. Der Überlegene soll den Vorteil seiner Überlegenheit, der Unterlegene den Nachteil seiner Untergeordnetheit tragen. Die Natur respektiert keine Schwäche? Wer so argumentiert, handelt und denkt egoistisch und entzieht die Grundlage des Naturrechts, welches von jedem Menschen die Respektierung der Rechte anderer Menschen verlangt, denn die gegenseitige Verbindlichkeit dieser Forderung ermöglicht es uns, dass, womit uns die Natur ausgestattet hat, umfassend zu realisieren. Es geht nicht um rational-finale Kämpfe und die Rechtfertigung, den Bestand des "schwachen" Lebens zu bekämpfen, sondern die Wahrheit über die Vielfältigkeit zu ertragen und mit ihr zu kooperieren. Das steht im krassen Gegensatz zur kraftvoll putschenden Musik, die mal OI, mal metallisch aufblitzt und knallhart aber auch hymnisch-melodisch vorgetragen wird. Gesellschaftliche soziale Themen wie Angst ("The boy and the cave"), Gewalt, Selbstermächtigung, Depression, Selbstmord, Drogenmissbrauch ziehen sich durchs Album und skizzieren ein von Gewalt fokussiertes Leben, das vielleicht authentisch sein mag, mir aber zu aufgesetzt und sieht im Sinn und Ziel das Leiden und die bemühte Umwertung grundlegender Werte.

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