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NOFX - Ribbed live in a dive

NOFX - Ribbed live in a dive
NOFX - Ribbed live in a dive

NOFX

Ribbed live in a dive
FAT WRECK
Nach den rauen Platten "Liberal Animation" und "S&M Airlines" war das '91er Album "Ribbed" nicht nur besser produziert/aufgenommen, sondern verfeinerte/evaluierte den anfänglichen rauen HC hin zum melodischen Punk-Sound, der immer noch viele HC-Elemente einfloss, ohne an Tempo, Druck, Witz und Ideen zu verzichten und vielschichtiger angelegt war.

Insbesondere das Gitarrenduell zwischen Eric Melvin und Steve Kidwiller führte zu immer schwindelerregenden Harmonieläufen. Was "S&M Airlines" bereits andeutete, aber noch relativ stürmisch und unbedarft schien, gipfelte hier mit schnellen, melodischen Punkrock-Songs wie Green Corn, Moron Brothers, Nowhwere, Gonoherpasyphilaids, Malachi Ground, in denen hymnische Backings mit Vokal-Lauten, treibend-harmonische Rhythmen mit Ironie, Witz und oldschool-HC-Flair gelautmalt/verknüpft wurden. Auf "Ribbed" gibt es ebenfalls den obligatorischen Ska-Song ("Food, Sex & Ewe") und sunny side up-Songs wie "Together on the sand" oder das A capella-spleenige "New boobs".
Für mich ist "Ribbed" das beste Referenz-Album von NOFX und vielfach besser als das spätere meistverkaufte NOFX-Album "Punk in drublic".
Nach dem Album "Ribbed" hat Blondmähne Steve die Band verlassen und El Hefe rückte nach, der bis heute den NOFX-Sound und einige Songs entscheidend mit seiner Stimme, die auch mal nach Louis Armstrong klingt, und dem Einsatz der Trompete prägt.
Nachdem die "Live in a dive"-Serie brach lag, wurde sie nun schließlich mit dem kompletten live eingespielten "Ribbed"-Album neu aufgelegt. Zumindest spielerisch haben Mike, Eric, El Hefe und Erik keinen Deut an Tempo und Spielwitz verloren. Die Liveversionen klingen gegenüber den Studiosongs unglaublich frisch und die Band hat insgesamt wohl viele Proben hinter sich, um die Songs in dieser Spielart zu präsentieren. Was also rechtfertigt den Kauf dieser Live-Platte mit Live-Versionen eines absoluten Klassiker-Studioalbums von 1991? Das Live-Feeling und die Tatsache, dass NOFX auch nach all den Jahren eine nicht unumstrittene Galionsfigur des von ihnen - zusammen mit BAD RELIGION - maßgeblich mitgeprägten Melodic-Punk-Sektors sind, die spieltechnisch absolut nichts an den Elementen Melodieführung,Tempo und Humor verloren haben, gleichwohl sie und vor allem Fat Mike mit geschmacklosen Witzen provozieren und die Gemüter erhitzen. Punk eben.

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