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OX #139

OX #139
OX #139

OX #139
148 DIN-A-4-Seiten; € 5,90.- + CD
OX-Fanzine, Postfach 110420, 42664 Solingen
www.ox-fanzine.de
ZSK argumentieren mit neuer Platte und alter Haltung gegen Arschlöcher und haben nun auch endlich ein Quoten-Sauflied. Kenny Chambers reaktiviert MOVING TARGETS und ist froh, dass immer noch Leute die alten Sachen hören, trotzdem die Band nie die Wertschätzung erhielt wie bspw. HÜSKER DÜ oder Mission of Burma.

Wolfram Hanke schreibt über das Kollektiv FYSISK FORMAT, das Label ist, Merchandising macht und ihr 10jähriges mit einem 2-Tage-Festival feierte. HC-Helge lässt mithilfe von Triebi Instabil in der Übersetzung Musiker der norwegischen Punk- und HC-Community aus den 80er Jahren zu Wort kommen, die Anekdoten zu Tourstories, zur eigenen Bandgeschichte preisgeben und berichten, was sie heute machen. Im Zuge der Wiederveröffentlichung der 1. HANS-A-PLAST-LP gibt es jeweils ein Interview mit Schlagzeugerin Bettina Schröder und Sängerin Annette. 35 Jahre Punkrock im Schnelldurchlauf...Schade, da wäre mehr drin gewesen. Ausführlicher geht es mit Joe Keithley und D.O.A. zur Sache, der sich durch die Band als inoffizieller Politiker sieht.
Sehr interessant ist das Interview mit V. Vale, der Schriftsteller, Musiker bei BLUE CHEER war und Herausgeber für Bücher und Zeitschriften ist, die von seinem Unternehmen RE / Search Publications herausgegeben werden. Vale hat Punk nicht nur dokumentiert, sondern "eine katalytische Funktion in der internationalen Punkrock-Naive-Kunst-Revolution ausgeübt."

Gesamteindruck:

Joachim bringt es im Editorial auf den Punkt: "Für jede Ausgabe des Ox versuche ich immer mindestens ein besonderes Interview zu machen(...)". Und daran weil das Besondere fehlt oder nur selten erscheint, ist der Inhalt beliebig, austauschbar und hauptsächlich auf Infotainment ausgelegt. Das Ox ist eine musikalische Fachzeitschrift, die mit einer Fülle an aneinandergereihten Interviews, die meist auf Basis eines Infosheets erarbeitet werden und mit den Rezensionen zu Musik, Filme, Bücher, Comics, Fanzines die vielschichtige (sub-)kulturelle Welt aufzeigt, trägt somit dem ständigen Vervollkommnungsstreben der Spezialgebiete fortlaufend Rechnung. Was das Ox auszeichnet ist das Special-Interest-Qualitätsmerkmal mit einem speziellen Themenfokus, den bspw. HC-Helge unter Mithilfe von Triebi Instabil mit einem zeithistorischen Abriss zu Hardcore/Punk aus Norwegen erarbeitet hat oder das Interview von Joachim Hiller mit V. Vale, das Punk(subkultur)geschichte, aber auch Gegenkultur- und Untergrundthemen behandelt. Neben diesem speziellen Themenfokus würde ich mir mehr Diskurse und feministische Inhalte wünschen, was dem more than music-Gedanken entspräche.

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