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Abrasax #1

Abrasax #1
Abrasax #1

Abrasax #1
44 DIN-A-5 Seiten; €2,50.-
theabrasaxzine@riseup.net
Herausgeber Moteus möchte nicht spalten und ihm gefällt der Gedanke, dass der Fanzinename Abrasax seine Fantasie und nicht den Glauben beflügelt.
Nach ein paar Illustrationen gibt es Interviews mit BOSTON CURTIS, wobei Rike in einer cis-Männer dominierten Szene sexistische Diskriminierung erfahren hat und nicht aufhört, Musik zu machen, sowie mit MORBID MOSH ATTACK, wobei auffällt, dass Moteus einen BLACK SABBATH-Fimmel hat.

Thommy vom BROT-Zine besucht mit Kumpels die lange Nacht des Museums in Hamburg. Dabei saufen sie Küstennebel und wanken durch Rickmer Rickmers, exen Bierdosen, kotzen im St. Pauli Museum und resignieren. Ein paar Illustrationen später lässt Krza noch schnell die Welt untergeh'n und dann ist Zapfenstreich.

Gesamteindruck:

Moteus orientiert sich mit seinem "Streitblatt für das Ende aller Tage" an Sints Snowfall oder Thommys Brot-Zine. Was mir fehlt ist das Streiten. Es fehlen eindeutige Bezüge zu konfrontative, provokative Inhalte. Schade, denn mit der Erklärung zum Fanzine-Namen bietet Moteus doch Anhaltspunkte, die zumindest durchdringen lassen, dass Moteus Prinzipien vertritt, über die sich streiten lässt. Aber wenn es ihm tatsächlich um Philosophie/Misantrophie ginge, würde er den LeserInnen die Leviten lesen. Davon kann überhaupt keine Rede sein. Während Sint im Snowfall bspw. immer wieder abstrus aber sehr persönlich seine philosophischen und anti-religiösen Statements raushaut, dabei oft unbeabsichtigt  seine Verachtung preisgibt und sich permanent im Streit mit sich, der Welt und der Natur in einem Glaubens- und Meinungskrieg befindet: Wie könnte mensch sich denn ohne Abscheu ansehen, wie wir nicht aufhören, uns in Kriegen und Massakern gegenseitig zu vernichten, wie wir vergewaltigen, foltern, die Natur in Asche legen oder in industriellem Stile Tiere quälen? Wie kann mensch eine solche unzivilisierte Zivilisation nicht hassen? Wie kann mensch sich nicht wünschen, all das hörte bald auf? Wenn es Moteus also wichtig ist, neben Kunst, Musik, Politik auch über Philosophie/Misantrophie und Mensch sein zu schreiben, dann benötigt es noch eine große Portion romantischen Hasses in eine pragmatischen Weisheit, die die Enttäuschung darüber weichen lässt, das Potential nicht ausgeschöpft zu haben. Also bitte mehr Hasstiraden und intensive Streitgespräche und weniger Fremdzitate (S.23, 34) und Illustrationen abdrucken, denn somit ist das Minimalergebnis der fehlenden Intensität ein Rechtfertigungsgrund für Zweck-Mittel-Korrelationen.

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