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Totengeläut - Aleppo

Totengeläut - Aleppo
Totengeläut - Aleppo

Totengeläut

Aleppo LP
Anette Records
Syrien liegt in Trümmern. Nogood Luna und Björn Peng haben versucht, musikalisch auszudrücken was Nogood Luna hat bei ihrer Arbeit im türkischen Grenzgebiet mit syrischen Kriegsgeflüchteten erlebt hat.

Die Traumata der Menschen, gezeichnet von Krieg, Terror und Flucht sind ein ständiger Begleiter. Lebenslang. Die nordsyrische Stadt Aleppo galt als einer der wichtigsten Schlachtfelder des Krieges. Der Albumtitel erinnert an die kleine Geschichten, die die Frauen und Kinder Nogood Luna anvertraut haben. Geschichten vom Geschmack der Asche, kaputten Spielzeug, Perspektivlosigkeit, Resignation. Kinder haben Alpträume. Die Psyche hat Schaden genommen. Der Synth-Sound verzichtet auf Härte oder hohes Tempo, der Dark Wave ist eher eine beruhigende Spielart, basierend auf einer einfachen Rhythmik, während sich die Schlagzeug-Beats tatsächlich wie militärische Einschläge anhören. Vielleicht hätte Björn, verantwortlich für den Sound, gänzlich auf diese Beats verzichtet und sich auf ein verwobenes träumerisches Synth-Klangbild konzentriert. Denn so werden die von Traumata betroffenen Menschen mit den harten Drum Beats sicherlich getriggert und das "Aleppo"-Klangkonzept wird ad absurdum geführt. Inhaltlich im jeden Fall eine sehr wichtige Sache, die auch die kreative Umsetzung im Booklet mit NLs Texte und Fotos von Frank Bale unterstreicht.

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