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TRUST #192

TRUST #192
TRUST #192

TRUST #192
68 DIN-A-4 Seiten; €3,00.-
Trust Verlag, Dolf Hermannstädter, Postfach 110762, 28087 Bremen
https://trust-zine.de/
Dolf kommt zur Erkenntnis, dass Menschen, die Kenntnis davon haben, was für sie und andere am besten wäre, dennoch nicht danach handeln, wo er dann auch wieder in der Religion landet und dem rationalen Denken.

Jan Röhlk betreibt wieder einige musikalische Recherchen, um Plagiats-Affären aufzudecken und kommt zur Erkenntnis, dass er ein Plattensammler ist. Mika indes ist überzeugt, dass "wir leider vom jetzigen Status ausgehend schnellstmöglich Veränderungen anstreben müssen".
Für bela kommt es nicht auf die Größe der Plattensammlung an, sondern auf Konsumeinschränkung und  CO2-Reduzierung. Alva hat Bosnien und Herzegowina besucht, ist in die USA gereist, um in Städte zu fahren, "in denen ich niemand kannte", wollte wissen, wie die Menschen ticken und fand es langweilig, dass die meisten Menschen, die sie traf, nur Messer trugen.
Jan Röhlk unterhält sich mit den drei B's von DROP DEAD. Brian, Bob und Ben berichten von Touren, Tierrechten und Holocaustvergleiche (sic!). Claas Reiners lässt Jan und Jens von ARTERIALS zu Wort kommen, die tendenziell von 90er Jahre beeinflusst sind und sich mit Musik, die auf Doghouse und Jade Tree veröffentlicht wurden, identifizieren und sich zwischen den Stühlen sitzend fühlen. bela stellt das Label Boss Tuneage vor und interviewt Aston, der mit seiner Frau das Label betreibt. Er reflektiert die englische HC-/Punk-Szene in den späten 80er Jahren und erklärt, warum einige Bands in den USA populär wurden und welche Auswirkungen die Fusion aus Metal und Punk auf Bands und Fans hatte. TLR machen kein Junkfood, achten auf Ernährung, erkennen Arschlöcher an der Nasenspitze, haben funky HC-Bands mit der Muttermilch aufgenommen und machen hemmungslos befreienden Krach. MURO wurden in Göteborg ausgeraubt, mussten sich von der kolumbianischen Botschaft Übergangspässe für die Weiterreise nach Oslo besorgen und und bündeln DIY, Punk, politische, musikalische und künstlerische Aktivitäten.

Gesamteindruck:

Die Kolumnen haben Erkenntnistheorie und -praxis zur Vorgabe. Was können wir wissen und wie handeln wir danach. Menschliche Erkenntnis mit Methoden zur Analyse, Reflexion und rationale Rekonstruktion von Aussagen mit Wahrheitsanspruch. Die Interviews indes sind aufgrund persönlicher Bezüge/Vorlieben der Interviewer sehr detailliert und akribisch auf musikalische Prozesse bezogen. Einzige Ausnahme und für mich der Gewinner der Ausgabe sind MURO, die spannende Anekdoten erzählen und sehr viel politischen DIY-Esprit versprühen.

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