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Turtle Rage - Contramutagen

Turtle Rage - Contramutagen
Turtle Rage - Contramutagen

Turtle Rage

Contramutagen 7"
Incredible Noise Records
Schnell, scharf und schroff ertönen die Lieder wie ein rasanter Absturz in den Mülleimer, wie ein derb-wütendes HB-Männchen, wie Rumpelstilzchen, dem sein Name offen ausgesprochen wurde.

Ein Tempo wie ein Tobsuchtsanfall, wenn Die Linke-PolitikerInnen im Reichstag gegen AfD-Feindbilder poltern. Ansatzweise gibt es auch eingängige groovende Riffs, die aber ankündigen, dass da etwas Gefährliches im Anmarsch ist. Kein Orkan, kein Tsunami, sondern ein Derwisch, der alles kurz und klein kloppt, die Abrissbirne zu Hause lässt, sondern lediglich mit bloßer Willenskraft Druck abbaut wie ein Ventil, dass alle paar Minuten geöffnet werden muss, weil sonst der musikalische Sprengsatz in der ganzen Scheiße explodiert. Eine Riesenauerei, ich weiß, und ich möchte die Drei auch mal für einen Moment lang in die Arme nehmen, beruhigend und mit sanfter Stimme auf sie einreden, bis sie ruhig und gleichmäßig atmend einschlafen. Und so ist "Tired bones" auch synonym für die Sehnsucht nach einem Ort, wo mensch Ruhe, keine Probleme und Harmonie vorfindet. Aber es bleibt nur bei Wunschdenken, denn nach Außen dringt weiter der Sound des hibbeligen Berserkers, der grunzt, ghoult und keift wie die Putzkolonne, die das Klosett im AJZ nach einem Konzertabend säubert.

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