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OX #141

OX #141
OX #141

OX #141
132 DIN-A-4-Seiten; € 5,90.- + CD
OX-Fanzine, Postfach 110420, 42664 Solingen
www.ox-fanzine.de
Ist die Erde eine Scheibe oder eine Kugel? Joachim kommt nach einem Friseusentermin vom Glauben ab, woraufhin Andreas Michalke die theologischen-naturwissenschaftlichenVerhältnisse wieder gerade...äh...kugelig dreht.

PASCOW veröffentlichen im Januar auch eine Scheibe, Joachim macht sich ein Bild davon und blickt hinter die Kulissen, lässt sich die Entstehungsgeschichte zum neuen Cover von "Jade" im Interview mit Andi Langenfeld und Kay Özdemir (Visual Attack) erklären, die wiederum Fragen zur Ideenfindung/Aufnahmetechnik, Auswahl der Fotomodels (Gwentsche Kollewjin)und Kriterien für Coverqualitäten beantworten.
HEIM verraten, dass sie DINOSAUR JR. und KARIES mögen. JARADA geben Einblicke in die israelische Punk-Szene, Monchi von FSF erfüllt es mit Scham, wenn er mit dem Flüchtlingsboot auf dem Mittelmeer mitfährt und er den Eindruck hat, zu wenig zu tun. Konstantin Wecker bezieht politisch Stellung und erläutert seine antifaschistische Haltung und die Kriterien für die Auswahl der Lieder zum neuen Album, mit denen Konstantin auf das zunehmend extrem rechte Erstarken in Deutschland und Europa reagiert und Widerstand dagegen als Chance versteht, "das abzuwenden".
Hank (Ex Turbonegro) zeigt sich aufgrund seiner homophoben Äußerungen in der Vergangenheit reumütig/geläutert und wirkt gut reflektiert und selbstkritisch. Nach dutzend weiteren Interviews kommt mit "Queer Punk" ein kleiner Schwerpunkt über Queer Punk und einem Interview mit Judith und Barbara, die mit "Our piece of Punk" ein 170-seitiges Buch in Deutsch und Englisch veröffentlicht haben mit Zeichnungen, Comics, Textbeiträgen, Diskussionen und Liebeserklärungen über die Möglichkeiten und Grenzen von Queer_Feminismus im Punk. Daran schließt ein Interview mit Philipp eminert an, der das Buch "Homopunk History" veröffentlicht hat und dem bei der chronologischen Arbeit aufgefallen ist, wie "sich das Verhältnis von LGBTIQ* in der Punk-und HC-Szene am Wandel der Gesamtgesellschaft orientierte". Ein weitere Schwerpunkt ist das "Punk in Japan"-Special. Burkhard Järisch hat mit "FLEX!" bereits den amerikanischen Punk, HC und Powerpop (von 1979 - 1985) katalogartig in Buchform veröffentlicht, nun folgt die japanische Aufarbeitung. Järisch gesteht ein, dass die Sammlerei und die akribische Suche belastend ist, weil die Suche zum amerikanischen Punk/HC schier endlos ist, hingegen die japanische Sammlung irgendwann abgeschlossen ist. Burkhard hat bei seiner Recherche auch Verbindungen und Verwicklungen der Yakuza in die HC-Szene in den 80er Jahren entdeckt, die aber in Japan verschwiegen werden. Daran schließt ein Interview mit Kazu vom Waterslide Records an, der bisher 190 Releases im Pop-Punk-Sektor herausgebracht hat.

Gesamteindruck:

Insbesondere die Specials zu "Queerpunk" und "Punk in Japan" sind trotz verkürzter Ausarbeitung nachhaltig und heben sich von zumeist quantitativer Befragungen ab. Die Schwerpunkt-Themen haben aufgrund der verkürzten Präsentation zwar nicht die Tiefe, legen aber das Engagement und die Leidenschaft der BuchautorInnen/Labelbetreiber offen und auch Anreize zur Mitgestaltung einer Subkultur bieten. Mit dieser Art und Weise könnte das OX eine regelmäßige Themenvielfalt abliefern und auf das eine oder andere Musik-Interview verzichten. Denn Punk/HC ist vielseitig, hat viele Facetten, die fokussiert Brennpunkte, Details, Überblicke bieten. OX hätte somit die Lobby und die Möglichkeit, die wachsende Bedeutung subkultureller Prozesse in der globalisierten Welt zu dokumentieren und zu veranschaulichen.

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