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Señor Karōshi - oder deswegen

Señor Karōshi - oder deswegen
Señor Karōshi - oder deswegen

Señor Karōshi

oder deswegen LP/CD
Disentertainment/Broken Silence
Klassenstreber oder -clown, lieber allein oder im Verein". Du hast die Wahl. Angepasst oder immer dagegen. Persönlichkeit kann mensch schwer ändern, aber bei Fragen zwischen Selbstschuld und -zweifel gibt es keine Scheinwerfer im Rampenlicht, nur du und dein krankes Ego, der Selbstbetrug oder die Ängstlichkeit:

angezählt und ausgeknockt. Der kleine Mann im Ohr, Teufelchen und Engelchen auf der Schulter trichtern dir "Weiter so im Programm" oder "Spring doch schon" ein. Und dann ist da diese Melodramatik, diese Dynamik von mehr auf Bedürfnisse zu achten, raus zu gehen und zu kommunizieren. Klar, das begünstigt Konflikte und Streitereien, aber was ist, wenn alle Fluchtwege versperrt sind, du alle Regeln über Bord wirfst und dich dem Leben stellst, das dich so quält. Brüllen und Heulen kann auch eine Entladung sein. Im treibenden Sog der Missstimmung obliegt ein Tiger im Käfig, der nicht immer ruhig und lieb, apathisch und introvertiert ist. Irgendwann platzt der Kragen und die stoische besonnene (Spiel)art verwandelt sich in ein kurzes Intermezzo, wo die Rhythmik sich einem Höhepunkt nähert und alles niederzubrennen droht.
Vielleicht oder deswegen verschafft der großen Pause auf dem Schulhof einen umfassenden Einblick in die Familienverhältnisse. Gleiches Tempo, Platz für Experimentierräume und harmonische Melodien, die gegeneinanderdrücken und frei von Druck und Zwängen sind. Im Strudel von HeartPunk dominiert in erster Linie ein Selbstbild von aufgeklärter Fortschrittlichkeit, zwischen Annehmlichkeiten/Sicherheiten und einem Punkt, wo die Wut beginnt. Dennoch ist die disziplinierte Spielweise ein Beleg für Offenheit, Vertrauen und Authentizität, was die Beziehung/Begegnung zu Señor Karōshi erleichtert, um sich partiell mit ihnen zu identifizieren oder um sich von ihnen abgrenzen. Mach doch keinen Scheiß oder runier' dich wenn sich's lohnt! Alles eine Frage der Einstellung, des Blickwinkels und der pauschalen Stigmatisierungen. In der drückenden Atmosphäre gibt es gestalterisch wenig überraschende Stilelemente, dafür jede Menge raumnehmende, engmaschige Strukturen, die die Grundlage für "irgendwie ziemlich Punk" ist und auf deprimierende Art und Weise verstärkt.

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Kommentare: 2
  • #1

    hagbard - assi (Montag, 28 Januar 2019 13:21)

    Ich versteh kein Wort. Zumindest nicht die Wörter aneinander gereiht.

  • #2

    Trantor (Mittwoch, 30 Januar 2019 11:21)

    Eine etwas merkwürdig geschriebene Review. Aber trotzdem gute Musik.