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Repression gegen zivile Seenotretter*innen

Sea-Watch3
Sea-Watch3

Während das Sterben auf dem Mittelmeer unaufhaltsam weitergeht, zeigen die EU-Regierenden Geschlossenheit. Geschlossen für die totale Abschottung. Und nicht weniger geschlossen gegen die Rettung der Verzweifelten in ihren seeuntüchtigen Schlauchbooten.

Mehr als 350 Menschen sind in diesem Jahr bereits im Mittelmeer ertrunken, also ca. 25 pro Woche. Für Europa offenbar nicht genug. Italien verwehrt dem Sea-Eye Schiff Alan Kurdi mit 64 Geretteten an Bord seit dem 3. April einen sicheren Hafen. Und die Niederlande, Flaggenstaat der Sea-Watch 3, haben einen Tag zuvor eine Verordnung erlassen, die ein Auslaufen des Schiffs vorläufig unmöglich macht.

Für die Aktivist*innen ist die erneute Festsetzung der Sea-Watch 3 ein weiterer frustrierender Nackenschlag. Im letzten Dreivierteljahr wurde das Auslaufen des Schiffs immer wieder, letzten Sommer sogar monatelang, verhindert. Jedes Mal waren die Begründungen nachweislich nicht rechtmäßig oder konstruiert. Im aktuellen Fall hätte die Sea-Watch ursprünglich am 17. März in die Such- und Rettungszone zurückkehren sollen. Allerdings verzögerten zuerst die italienischen Behörden, dann ein Defekt am Schiffskran sowie eine beschwerliche Überführung in den Heimathafen den Aufbruch – bis schließlich das niederländische Ministerium für Infrastruktur und Wasserwirtschaft auf den Plan trat. Bis heute ist nicht ganz klar, welche Anforderungen das Schiff gemäß der neuen Verordnung erfüllen muss. Gleichzeitig darf die Sea-Watch 3 nicht in den Einsatz fahren, bis diese nicht konkret bekannten Bedingungen erfüllt sind. Details zum windigen Vorstoß der Niederlande und unsere Reaktion findest Du in den News auf sea-watch.org.

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