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ROMP #45

ROMP #45
ROMP #45

ROMP #45
40 DIN-A-4 Seiten; €2,50.-
Romp Zine, Steinenstrasse 17, 6004 Luzern, Schweiz
http://www.romp.ch/
Das Romp-Zine wird 30. ROMP entstand 1989 und war anfänglich ein eher unpolitisches HC/Punk-Underground-Zine.

Das verwundert doch schon, denn der Ursprung des ROMP-Kollektivs (liebevoll "Römplis genannt) lag im Info- und Plattenladen, der wiederum auch eine bewegte Geschichte hinter sich hat1. Leider wurde das Kollektiv immer kleiner, bis letztendlich nur "old pair of shoes" übrig blieb, der von Ausgabe zu Ausgabe mit der eigenen Motivation hadert und selbstkritisch ins Gericht geht: "Das Romp Zine leidet an Überalterung, Nachwuchsmangel und Fantasielosigkeit".
Trotzdem fordert er dazu auf, aktiv zu bleiben. Das ist - bezogen auf den Info- und Plattenladen - auch nötig, denn der ist im Zuge der Gentrifizierung akut betroffen von einem geplanten Abriss/Neubau, gegen den sich der Verein "Pro Steinenstraße" wehrt. Der aktuelle Stand ist geprägt von Ausgaben für Verhandlungs- und Anwaltskosten, um für den Erhalt des schützenswerten Ortsbildes an der Steinenstrasse zu kämpfen, der in seiner Ursprünglichkeit und Einzigartigkeit erhalten bleiben soll.
Passend zum Romp-Infoladen gibt es ein Interview mit und über FURIA, eine anarchistische Infothek in Bern. Neben Büchern, Broschüren und Zeitschriften gibt es hier Platz für Diskussionen, Veranstaltungen, KüfAs oder Filmabende, Raum und Infrastruktur für antiautoritäre, emanzipatorische Kämpfe schaffen und ist selbst Teil von diesen. Nach den - im ROMP üblich - politischen Infos aus aller Welt, einem kritischen Artikel zu #STOPETP und ESC2019 mit Boykottaufruf und Online-Petition. Dafür ist für Bume, Billy und Steffe aus Biel alles in BUTTER, die den Namen besser finden als Banane und keine Leader brauchen, um sich selber treu zu bleiben. Nach Crêpes, Brotsalat und Kurzworträtsel  folgt ein Interview mit IN EVIL HOUR, benannt nach dem gleichnamigen Roman, in dem beschrieben wird wie Statten Panikmache und Übertreibung einsetzen, um die Bevölkerung dumm zu halten und die Macht zu festigen. Steve vom FISCHKOPP-Plattenladen in Hamburg erzählt was über das Sortiment, während OOR Records sehr seltsame Genres entwickelt und Musik anbietet, die mehr verkompliziert und keine abgeschlossenen Identitäten besitzt.
TRACK THE LIARS DOWN trinken viel Whiskey, schreiben Songs und Texte, die ein Kopfkino auslösen sollen.

Gesamteindruck:

Die aktuelle Ausgabe basiert auf einen zunehmend größeren Motivationsschub des Herausgebers, die in den letzten Ausgaben etwas abhanden gekommen war. Insofern sind die Interviews mit Bands und Plattenläden auch gehaltvoller, wenngleich es viele Fragen und Antworten gibt, die lediglich die standardisierten Infos abdecken. Dennoch ist die Mischung aus DIY, Punk und Politik stimmig. Das ROMP vermittelt zwar nicht das Lebensgefühl einer Jugend, skizziert aber immer wieder aufs Neue autonome Strukturen, die sich thematisch wiederholen und wenig neue Impulse setzen, aber belegen, inwieweit es wichtig ist, diese Autonomie zu bewahren.

Fußnote:

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