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DANKESCHATZ - Ein Lamento

DANKESCHATZ - Ein Lamento
DANKESCHATZ - Ein Lamento

DANKESCHATZ

Ein Lamento CD
recordJet
Bogdan begrüßt uns in bester Adam Angst-Manier und lässt im Intermezzo zu "Hallo" ein paar ausgeschmückte Nettigkeiten spielen, bis das druckvolle brachiale Galopp-Riffing mit dunklen Klangfarben richtig fiese, böse und gemein ertönt.

Schnell wird klar, die Freundlichkeit ist nur aufgesetzt und spätestens in "F.D.H.D.F." wird der resolute Arschloch-Habitus zum Programm. Und wenn DANKESCHATZ zweimal klingelt, dann folgt kein wilder Sex auf dem Küchentisch, sondern überdrehter Frühjahrsputz nach dem Motto "Alles muss raus!". ADHS-Punk mit kontrollierten Ausbrüchen, die weniger Wildschwein-Amoklauf, denn mehr Raus aus der Wuthöhle-Songs abliefert. Erstaunlich, was die beiden für einen Sound produzieren und trotz Minimalismus alles rausholen, was Saiten und Felle hergeben. Länger wellenartige instrumentale Passagen wie in "Selbstreflexion" sind harmonisch und werden abrupt in die 3. Halbzeit transportiert, wo Fäuste fliegen und das "Arschloch in mir" geweckt wird. Mit Holzhammer und Hau-drauf-Methode bewirkt der Punk ein Sado-Maso-Spiel mit echter Leidenschaft und wahrer Liebe. Ein Lippenbekenntnis zur Aussöhnung ("Mache gut") ist allerhöchstens ein ironischer Blick auf das, was noch kommen mag. Ein Abschied mit Bauchschmerzen, wenn du deine Wochenend-Beziehungsperson am Bahnhof hinterherwinkst und ihr "Auf Wiederseh'n, mach es gut" zurufst, um dann im Anschluss ein ausgelassenes Single-Dasein zu feiern, ohne Kompromisse. Gut, dass DANKESCHATZ zu Zweit unterwegs sind, da können sie aufeinander aufpassen, dass der eine nicht vollkommen durchdreht und der andere dazu angestachelt wird...oder andersherum? Egal, Hauptsache...ihr bleibt unentbehrlich!

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