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MISS JUNE ‎– Bad Luck Party

MISS JUNE ‎– Bad Luck Party
MISS JUNE ‎– Bad Luck Party

MISS JUNE

Bad Luck Party LP/CD
Frenchkiss Records
Wow. Animalisches Drumming, tagträumerische Vocals und hot fuzzy Schrammel-Riffs.

Laut und melodische Songs, die den ruhenden Vulkan zum Ausbruch animiert. Mal wild und verrückt ("Two hits"), dann grungy, noisy, fragil und zurückhaltend, eruptiv und ausufernd. MISS JUNE servieren trotz der unwillkürlichen eintönigen Ausbrüche ein sehr kontrolliertes und diszipliniertes Spiel, das die Wildheit immer wieder zügelt und einfängt. Das macht das Ganze aber umso spannender, weil es eben auch unberechenbar bleibt. Gelten MISS JUNE als pulsierendes frisches Kraftpaket aus Sonic Youth und Le Tigre, bieten sie für mich eher intime, experimentelle Musik, die immer sicher stellt, solide Rhythmusabschnitte zu haben. Das charmante DIY-Feeling bleibt vordergründig erhalten und der hochoktanige Miss June-Sound besticht durch eine harte Explosion von Punk-Riffs und klagenden Gesangsmelodien. Auch interessant: Auf ihrer Single Twitch zeigt die Band ihre Vorliebe für eine vitriolische Entbindung. Annabel Liddel hat den Song in ihrem ersten Jahr als Praktikantin an der Medizinischen Fakultät geschrieben. Das Lied handelt davon, wie sie zum ersten Mal an einem lebenden Menschen operiert hat und wie es war, an einem Leichnam zu operieren. Eine morbid-schöne und verzerrte Atmosphäre, isn't it?

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