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PLASTIC BOMB #108

PLASTIC BOMB #108
PLASTIC BOMB #108

PLASTIC BOMB #108
48 DIN-A-4-Seiten; € 3,50.-
Plastic Bomb, Postfach 100205, 47002 Duisburg
https://www.plastic-bomb.eu/wordpress/
Ronja hat(te) Beziehungsstress und wirbt für ein P.B.-Abo. Swen motzt gegen 'voll-bärtige Dschihadisten' auf (Punk-)Konzerten und unterstellt ihnen, sie seien in Wirklichkeit Erdkundelehrer.

Basti berichtet im Vorwort ausnahmsweise auch mal über menschliche Irrlichter, die etwas Positives bewirkten und sich aus dem braunen Sumpf befreit haben so wie der 'ehemals knallharte Nazi und Ex-Präsident eines rechtsoffenen Rockerclubs, Philip Schlaffer, der in der Präventionsarbeit, Kompetenz- und Antigewalttraining mit auffälligen Jugendlichen macht.
SPIKER sind keine Punkband, aber 'im jeden Fall punkrelevant'. Sänger Julian macht Unterricht in der 'Musikschule am Aalto-Theater', hat Platten vom Onkel gehört, Punk über Freunde kennen gelernt und mochte schon immer Metal Punk. Maks schmeißt die vegane Flinte ins Korn und widmet sich einem neuen Leben, von dem er noch keine Idee hat, wie er es gestaltet werden will. Basti reflektiert seine Skinhead-Sozialisierung und frischt sein Erinnerungsvermögen auf und schildert Begegnungen, Eigenarten und Auseinandersetzungen mit Schulnazis. Im Anschluss beglückwünscht er PORK PIE zum 30-jährigen Jubiläum, währenddessen Chris Scholz der Meinung ist, dass 'der Tod eines Europäers viel mehr CO2 einspart, als der eines toten Drittweltlers'.
Ein kaum lesbares, handschriftlich verfasstes und blasses VENTIL-Verlag-Inti später outet sich Torsun von EGOTRONIC als 'ausgewiesener Punkrocker und Hardcorefan'. Laura hat klassische Geige studiert und ist besorgt über eine gut aufgestellte und gewaltbereite rechte Szene. Ein Grund für sie, Künstler aus Sachsen mit Künstlerin Düsseldorf zusammenzubringen und mit dem 'Let's beat the Blues'-Festival Mauern im Kopf einzureißen und den eigenen Horizont zu erweitern. Coolness ist für Jan OFF ein Problem, weil das Gift für einen Literaten wie ihn ist. Dafür hat er keine Proberaum-Gespräche und keinen Boss, der 'an mir täglich sein Mütchen kühlt'. Für FLEISCHWOLF seid ihr alle Fotzen, Eicky erklärt die provokante These, während er zu Hause lieber Peter Maffay und Udo Lindenberg statt FREI.WILD auflegt.
In der Führer-Ecke landet aus Versehen Swens positive Rezi zu TEAR THEM DOWN. Wenn das der Führer wüsste?! Und Dirk scheint das OX in Bezug auf HC-Helges Kolumne nicht richtig gelesen oder verstanden zu haben, ist doch nicht Helge himself an Krebs erkrankt, sondern ein Freund von ihm. Ich hoffe, Dirk stellt das noch mal richtig, sonst brodelt die Gerüchteküche unnötig.
Das im letzten P.B. angekündigte THE INSERTS-Inti folgt ganz zum Schluss und ist ein verkrampfter, uninspirierter Auftritt.

Gesamteindruck:

Aufgrund von Platzmangel müssen und werden einige Interviews in der nächsten Bombe fortgesetzt. Ansonsten bietet die aktuelle Ausgabe ein kunterbuntes, chaotisches Vielerlei mit erstaunlich wesentlich nachhaltig wirkenden Aspekten. Es scheint, als sehne sich nicht nur Ronja dem Festival-Sommer_Ende entgegen, um die seltsam verkrampfte inhaltliche Ausrichtung wieder zur Punk Rock Macht' mit neuer Stärke zurückzuführen oder wie Chris Scholz es formuliert: 'Es wird Zeit für neue Themen'.

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