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OX #149

OX #149
OX #149

OX #149
148 DIN-A-4-Seiten; € 5,90.- + CD
OX-Fanzine, Postfach 110420, 42664 Solingen
www.ox-fanzine.de
Joachim muss sich in COVID-19-(Krisen)Zeiten von der 'Droge Nachrichten' lösen, um weitermachen zu können.

Was tun die Festivalbetreiber*innen eigentlich für die Umwelt? Alex, Steffen, Holm, Andrej geben Auskunft, wobei mir das Konzept für das Punk Rock Holiday sehr gut, weil nachhaltig, gefällt.
Kalle Stille hat die Karten auf den Tisch gelegt und reflektiert darüber, 'warum mache ich den Scheiß hier eigentlich?" und kommt zum Schluss, dass es das Bewusstsein ist, was zählt, dafür, "in welcher komfortabler Situation wir uns befinden."
Triebi kramt den 1191 auf Weird System veröffentlichten "Nazis raus"-Sampler hervor und ist immer noch begeistert, aber auch erschrocken wegen der thematischen Aktualität.
Anke indes feiert die "Yankees raus" von SLIME ab, verwechselt aber im 2. Foto das Backcover der ersten Platte.
Daniel und Nadine debattieren über "Rucksack auf Konzerten, ja oder nein?" Mir egal, solange der nicht mit Dosenbier gefüllt ist und mir beim Pogen ständig ins Gesicht schlägt, aber ich sehe auf Konzis auch nur vernünftige Personen, die bspw. im AZ ihre Nietenlederjacken und Rucksäcke abgeben.
Nach Muffins und Spargel-Bärlauch-Risotto geht es gut gestärkt und vergnügt in den Interview-Marathon, der mit SLIME als Titelthema angeführt wird. Joachim, Uschi und Triebi kennen die Band, schieben den Kultfaktor beiseite und plaudern ganz nett und angeregt über nicht Alltägliches, aber natürlich auch über die neue Platte und Songinhalte, die reflektiert werden. In diesem Kontext erinnert sich Andreas Michalke mit 2 Fotos und einem Konzertbesuch an die Band und Maurice Schumann resümiert das musikalische und politische Schaffen und das Agit-Prop-Konzept Dialektik der Scherben, bevor es mit KINA eine weitere Zeitreise gibt, zurück in die famose 80er Jahre Italien-HC-Ära. Parallel dazu skizzieren WUT ihre aktive Zeit in den 80er Jahren  als einen "Befreiungsschlag aus dem Mief der konservativen Welt."
Und auch Jon Savage blickt zurück auf die Geschichte von JOY DIVISION und greift für sein Buch auf eine Abfolge von Originalzitaten von Zeitzeugen zurück. Jon Savage, der auch schon über die Sex Pistols und Punk Rock schrieb, versammelt in „Sengendes Licht, die Sonne und alles andere-Die Geschichte von...“ Interviews mit unter anderem Bernard Sumner, Peter Hook, Stephen Morris, Ian Curtis’ Witwe Deborah Curtis und Artwork-Künstler Peter Saville.

Gesamteindruck:

Es gibt weitere Interviews mit Bands, die auf ihre aktuellen Veröffentlichungen hinweisen. Es sind aber gerade retrospektive Betrachtungen und ihre Einflussfaktoren für neue Bands und Generationen, die ein bedeutsames Merkmal und Kriterium widerspiegeln, in der Erinnerungspraxis unersetzlich sind, Lebenskonstruktionen und Zeitgeschehnisse besser verstehen zu lernen. Und schön zu sehen, dass der Einfluss einer Band die Dauer eines sogenannten Trends überlebt...und das bis heute. Nun kann mensch darüber streiten, ob mit dieser Form Veränderungsprozesse still stehen, unbestreitbar ist der Beitrag zu einem besseren Verständnis, wie und wodurch Bands wie SLIME, TSS, WUT, KINA, JOY DIVISION zu Einflussfaktoren ihrer Zeit wurden.

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