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Corona und Arbeitsbedingungen in Schlachthöfen

Unter dem Motto „Solidarität mit den Arbeiter*innen in der Tierindustrie“ ruft ein bewegungsübergreifendes Bündnis zu bundesweiten Aktionstagen vom 28. bis 31. Mai auf. Die Tierindustrie müsse zum Infektionsschutz sofort heruntergefahren, die Arbeiter*innen finanziell abgesichert werden. In mehreren Bundesländern sind Kundgebungen und kreative Aktionen geplant.

Das Bündnis rechnet damit, dass 10-15 Gruppen in Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen sich an den Aktionstagen beteiligen werden. Bereits öffentlich angekündigt sind einige Kundgebungen vor Schlachthöfen und in Innenstädten sowie Flyeraktionen. Dabei soll der Infektionsschutz gewährleistet werden. Zum Auftakt findet am Donnerstagabend ein Online-Podiumsgespräch zum Thema Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie mit Vertreter*innen von Gewerkschaften und Arbeitsrechtsinitiativen statt.

Das Bündnis „Gemeinsam gegen die Tierindustrie“, dem vor allem Gruppen aus der Klimagerechtigkeits- und der Tierrechtsbewegung angehören, kritisiert die Situation der Arbeiter*innen in Schlachthöfen und fleischverarbeitenden Betrieben sowie den Umgang mit der Corona-Krise von Seiten der Tierindustrie.

„In den letzten Wochen haben sich Schlachthöfe bundesweit als Corona-Infektionsherde erwiesen. Dabei wurden auch die ausbeuterischen Arbeitsbedingungen in der Tierindustrie in die Öffentlichkeit gerückt”, sagt Konrad Eckstein vom Bündnis „Gemeinsam gegen die Tierindustrie“. „Trotzdem laufen die Schlachtfabriken auf Hochtouren – das ist ein Skandal! Mit unseren Aktionstagen setzen wir ein Zeichen der Solidarität mit den Schlachtfabrikarbeiter*innen, aber auch allen anderen Arbeiter*innen, die für die Gewinne einiger weniger unter widrigsten Umständen arbeiten müssen.“

Die Ankündigungen der Regierung, Werkverträge und Leiharbeit in der Fleischindustrie zu unterbinden, hält das Bündnis für bloße Absichtserklärungen, die auch bei Realisierung nicht ausreichend seien.

„In Anbetracht der politischen Einflussmacht der Fleischindustrie darf bezweifelt werden, ob die Maßnahmen so eins zu eins umgesetzt werden“, so Eckstein. „Unabhängig davon müssen die Schlachthöfe sofort geschlossen und die Arbeiter*innen geschützt und abgesichert werden. Wir fordern auch, dass Wohnraum bereitgestellt wird, der eine würdige und den Erfordernissen der Corona-Situation genügende Unterbringung ermöglicht. Daneben brauchen wir dringend einen grundlegenden Wandel im Agrar- und Ernährungssystem, den wir jetzt einleiten müssen. Die Tierindustrie befeuert die Klimakrise, fügt Tieren gigantisches Leid zu und beutet Menschen aus. Wir fordern ihre Abschaffung.“

Die bereits feststehenden Veranstaltungen:

Eine stetig aktualisierte Liste der angekündigten Aktionen finden Sie hier: https://gemeinsam-gegen-die-tierindustrie.org/aktionsankuendigungen/

Über das Bündnis „Gemeinsam gegen die Tierindustrie”:

Das Bündnis „Gemeinsam gegen die Tierindustrie“ ist ein bewegungsübergreifendes, überregionales Bündnis, das sich im Rahmen einer Aktionskonferenz im Juli 2019 gegründet hat. Ein geplantes Aktionscamp gegen die PHW-Gruppe im Juni 2020 in Niedersachsen musste aufgrund der Corona-Situation verschoben werden. Das Bündnis fordert die Abschaffung der Tierindustrie und eine Agrarwende hin zu einer solidarischen und ökologischen Produktions- und Organisationsweise, die nicht auf Kosten anderer erfolgt und nicht am Gewinn orientiert ist.

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