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TRUST #202

TRUST #202
TRUST #202

TRUST #202
68 DIN-A-4 Seiten; €3,00.-
Trust Verlag, Dolf Hermannstädter, Postfach 110762, 28087 Bremen
https://trust-zine.de/
Die Kolumnisten schreiben in Zeiten der COVID-19-Pandemie über die Maßnahmen/Einschränkungen, die sie selbst betreffen oder über die sozialen Folgen.

Jan Röhlk indes widmet sich wieder einer Nerd-Frage und will in akribischer Recherche herausfinden, was Anti-PC-Künstler mit ihrer Musik bezwecken wollen, um als Fazit für sich selbst die Balance aus Hedonismus und Freiheit als gewünschten Kompromiss zu finden.
Das erste ganzseitige Live-Foto von Lukas Schütze nach dem Impressum zeigt ein Wimmelbild. Hölle, wo ist oben, unten, Arme und Beine und wem kann punk die zuordnen? Das Foto zeigt, wie schmerzhaft es ist, derzeit auf solche Konzertereignisse verzichten zu müssen.
Thorsten Harbeke führt ein tiefgründiges, ausführliche Interview mit Onni und Morten, die das FIRE&FLAMES 2014 relauncht haben und mit dem Mix aus OI, Rap und HC mit antifaschistischer Note in die Erfolgsspur der 00er Jahre zurückgekehrt sind.
Claude Müllers Übersetzung ist es geschuldet, dass einige Antworten von Justina, Arnas, Andrea von 70 cm³ OF YOUR CHEST seltsam zu lesen sind und eher neue Missverständnisse produzieren, etwa, wenn Aussagen über Veganismus/Feminismus sinnentleert rezitiert werden.
Jan Röhlk interviewt Isabelle Graw zu Texte und Kunst, die "das spannungsreiche Wechselverhältnis zwischen der Künstlerpersona und ihrem Produkt" interessiert. Tja, und dieses Gespräch scheint auch nur für Jan 'Nerd' Röhlk seine Berechtigung zu haben, denn Jan steht auf Debatten über Kunst und Realsims des 19. - 21. Jahrhunderts. Dann feiert Claas Reiners noch 13 CROWES ab und ein unnötiger Rückblick der TRUST - Ausgaben 190 bis 199 komplettieren die aktuelle Ausgabe.

Gesamteindruck:

Für mich ist das FIRE&FLAMES das einzige Highlight der Ausgabe. Der Rest ist Futter für Kunststudent*innen oder einfach überflüssig. Selbst belas ansonsten interessante Musikvorstellung ist dieses Mal eher eine "Symptombehandlungsmethode" um die COVID-19-Depriphase zu bekämpfen.