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DEUTSCHE LAICHEN - Team Scheiße

DEUTSCHE LAICHEN 2020
DEUTSCHE LAICHEN 2020

Ein Jahr nach Veröffentlichung ihres selbstbetitelten Debütalbums beim Label Zeitstrafe legen die queer-feministischen Punx von Deutsche Laichen in Neubesetzung am Schlagzeug mit “Team Scheiße” eine EP nach. Als feministische Punchlinemaschine (“Emanzenlesbenschlampe”, “My cunt my business” etc.) haben die Laichen auf ihrer ersten LP ausführlich gegen Sexismus, Mackertum und Bullen gepöbelt.

Team Scheiße EP
Team Scheiße EP

In ihren neuen Songs geht es um Rassismus – innerhalb des eigenen Umfelds, der DIY-Musikszene und der linken Blase. Mit der Kritik an weißen Strukturen und der weißen Musikszene, die damit auch kein weiteres Problem zu haben scheint, wird sowohl performativer Solidarität, wie weißem Party- und Wohlfühlfeminismus der Kampf angesagt.
Die EP “Team Scheiße” erscheint am 03.09.2020 online und ohne Label. Die Gewinne der Veröffentlichung fließen in migrantische Selbstorganisation.

Band Statement:

"Vor einem Jahr haben wir unser Debütalbum “Deutsche Laichen” veröffentlicht. Seitdem ist nichts als Scheiße passiert: der rechtsextreme Anschlag am 9. Oktober 2019 in Halle auf eine Synagoge, der rechtsextreme Anschlag am 19. Februar 2020 in Hanau, bei dem neun Menschen getötet wurden, die Ermordungen von Ahmaud Arbery, der am 23. Februar in Georgia beim Joggen von Rassisten erschossen wurde, die Ermordung von Breonna Taylor am 13. März durch Bullen in ihrem eigenen Schlafzimmer, der Mord von George Floyd am 25. Mai 2020 auf offener Straße bei einer rassistischen Polizeikontrolle. Am 14. Juli ist Noël Martin verstorben, der 1996 in Brandenburg von Nazis angegriffen wurde und seitdem im Rollstuhl saß. In Deutschland werden Journalist*innen und Personen des öffentlichen Lebens und ihre Familien, die sich für die Aufklärung der NSU-Morde engagieren oder offen die deutsche Polizei kritisieren, von Innenministern diskreditiert und von Nazis bedroht – persönliche Daten der Betroffenen bekommen die Nazis direkt von ihresgleichen in der Polizei. Solidarität mit Hengameh Yaghoobifarah, Idil Baydar und allen Betroffenen.

Das alles frustriert uns! Das alles macht uns wütend!

Diese Geschehnisse haben eine gewisse mediale Aufmerksamkeit bekommen und wurden diskutiert. Hier und da gab es eine Demo. Natürlich gehen da viele fleißig hin. Aber das reicht nicht aus. Struktureller Rassismus und Herrschaftsstrukturen werden durch Instagram-Posts nicht einfach verschwinden. Wir leben in einer rassistischen Gesellschaft. Wir alle sind rassistisch sozialisiert. Die deutsche Polizei hat ein Rassismusproblem. Das ist klar. Es ist leicht auf andere zu zeigen und auf deren Probleme hinzuweisen. Über Macker pöbeln, Bullen beschimpfen, Sexismus anprangern, “Nazis klatschen”: das reicht offenbar als Szenekonsens. Um wirklich etwas zu verändern, muss jede weiße Person allerdings bei sich selbst anfangen, den eigenen (Anti-) Rassismus reflektieren und sich nützlich machen. Das bedeutet BiPoCs im eigenen Umfeld supporten, Hintergrundarbeit leisten und Kritik an weißen Strukturen und an sich selbst ernst zu nehmen. Denn antirassistische Praxis bedeutet mehr, als nur Demoaufrufe online zu teilen und den Hashtag #blacklivesmatter inhaltsleer in dein Profil zu schreiben. Wenn du also keinen performativen Aktivismus betreiben willst, dann fang bei dir an, denn die Scheiße liegt direkt vor deiner Haustür. Dort müssen wir hinschauen!
Wir müssen raus aus der Wohlfühl-Feminismus-Blase mit weißem Fokus und fragen, warum unsere eigene, linke Szene eigentlich so ausschließend ist? Warum haben viele BiPoCs keinen Bock auf die DIY-Szene obwohl die Wurzeln des Punks in der Schwarzen Community liegen? Antirassismus muss als feministische Praxis verstanden werden und soll keine Performance zur Image-Korrektur sein.  Weiße Feminist*innen müssen sich  an die eigene Nase fassen besser zuhören, den Finger in die Wunde legen und sich zurücknehmen, Platz frei machen, Veränderungen vorantreiben, auch wenn das bedeutet mehr im Hintergrund zu agieren. Zurück zur Scheiße vor deiner Tür: Was machen du und deine friends dafür, dass Rassismus aus unserem Alltag verschwindet? Für wen setzt ihr eure Privilegien ein? Was macht ihr, wenn bei einer Polizeikontrolle wieder nur Schwarze Personen durchsucht werden? (Ich mach mein Maul auf! Mach dein Maul auf!)
Wer im Team Scheiße ist? Alle zusammen sind das Team Scheiße und es gibt keinen Coach! Du musst die Arbeit selbst machen. Dein Deutschland, ein Alptraum!
Wir möchten unsere neuen Songs mit euch live und offline teilen und dies gleichzeitig zum Anlass nehmen, um Geld für Strukturen zu sammeln, die uns wichtig sind. Natürlich könnt ihr auch ohne uns für Organisationen wie BLM, LesMigras, Women in Exile und lokale Migrantifa-Strukturen spenden. Wie Black Lives Matter Berlin so schön sagen: “Put your money where your mouth is.”

Wir machen am 04.09.2020 ein Covid-19-safes Releasekonzert in Berlin mit einer sehr begrenzten Anzahl an Plätzen, die wir hiermit verlosen möchten. Wenn du Lust hast dabei zu sein, schreib bis 27.08. eine Email an deutschelaichen@riseup.net. Wir verlosen immer zwei Tickets zusammen und werden beim Gig alte und neue Songs spielen. Leider musst du für das Konzert bereit sein, deinen Namen und eine Kontaktinformation zur Verfügung zu stellen (wegen Covid-19) sowie zwischen 10-20 Euro pro Person zu spenden. Veranstaltungsort ist Berlin. So long! Wir freuen uns auf euch!"

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