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OX #151

OX #151
OX #151

OX #151
148 DIN-A-4-Seiten; € 6,50.- + CD
OX-Fanzine, Postfach 110420, 42664 Solingen
www.ox-fanzine.de
Nach den wie immer sehr abwechslungsreichen Inhalten in der "Various Artists"-Rubrik (die ich in "Subkulturelles Potpourri" abwandeln würde) suhlt sich Tom van Laak erneut in einem Meer aus Selbstmitleid und pflegt seine Neurosen und Psychosen.
Barney von NAPALM DEATH erklärt das Konzept hinter dem neuen Album, welches er als "Backlash in Sachen Rassismus und der Diskriminierung auf Basis sexueller Orientierung" beschreibt und "der/die andere" als roten Faden.

Stéphane (TARGETS) skizziert die kurze aber tolle TARGETS-Phase, die Aufschluss darüber gibt, wie kaputt und brach die Deutschpunkphase ab 1984 war. Echt schade was damals sogenannte Punks unter dem Deckmantel "PunK" alles zerstört haben, nicht nur sich, sondern auch Freiräume und Konzertorte, was sich erst durch den HC-Einfluss im Süden bis zur Mitte der Republik Ende der 80er Jahre wieder änderte. COR durchlaufen eine Neuorientierung und starten mit Neubesetzung in eine unbekannte Zukunft, aber Friedemann ist offensiv, spuckt verbal Gift und Galle gegen Gott und die Welt.
Helge Schreiber verbindet mit SEEIN RED eine 36-jährige (!!!) Freundschaft, also logen, dass Gitarrist/Sänger Paul mal aufarbeitet, wie er zum Punk kam und was das für ihn bedeutet. Mit DREAM WIFE gibt es dann Seiten später das einzige Interview mit Frauen* only an Bord, da stimmt die Quote aber überhaupt nicht, lieber Joachim!!!!

Gesamteindruck:

Und das ist auch beinahe der einzige Kritikpunk. Punk/HC is not just boys fun! Und so bleibt es wie es ist: Auch für Musikerinnen der jüngeren Generation ist der Kampf ­gegen patriarchale Gewalt ein großes Thema, bekommt im OX leider auch dieses Mal keinen Platz.
Mir gefallen die sogenannten Various Artists am Besten, gibt es hier doch so etwas wie ein Fanzine-Flair, wo subjektive und individuelle Faves jenseits von Trends und Hipps und Must have präsenteirt werden. Der Rest ist ein großer Schwall an Interviews, die sich aneinanderreihen wie die langweiligen Fassaden der riesigen Wohnlagen, die nur selten einzelne Akzentuierungen bekommen, etwa wenn Historisches und Biografisches durchdringen.

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