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TRUST #203

TRUST #203
TRUST #203

TRUST #203
68 DIN-A-4 Seiten; €3,50.-
Trust Verlag, Dolf Hermannstädter, Postfach 110762, 28087 Bremen
https://trust-zine.de/
stone erlebt während der Covid-19-Pandemie in Bremen allerlei skurrile Geschichten, Jan Röhlk serviert eine lange Playlist (Musik von Peter Alexander, Hüsker Dü bis Kim Wilde), die ihn durch diese "merkwürdigen Zeiten" bringen, erinnert sich an peinliche Konzertbesuche in der Teenagerzeit, um dann wieder auf Spurensuche zu Herkunft und Ursprung bekannter Bands (dieses Mal DAG NASTY) und deren Songs (EAV-Video zu "Märchenprinz") zu gehen.

Jan interviewt einen seiner Jugendhelden am Telefon und ist voller Respekt und Ehrfurcht bei seinen Fragen an Campino. Und ja, da hätte ich mehr Biss und kritische Fragen gewünscht. Campino erklärt ganz schlüssig die musikalische Weiterentwicklung und die Hintergründe zu einigen Songs.
Mika ist schon länger mit Tomás (TROTTEL) in Kontakt, der berichtet, wie er zum Punk gekommen ist, skizziert die Band- und Labelgeschichte, gibt einen Überblick zu Punk in Ungarn und verkündet voller Freude, dass die erste Label-Veröffentlichung in diesem Jahr eine Platte mit sibirischer Schamanenmusik sein wird.
Ren von PETROL GIRLS benötigt keine*n Schamanen/*in, sondern eine gute Ausgangssituation auf Konzerten für alle Besucher*innen und hat die Möglichkeit, dass, wenn sie Scheiße baut, immer noch bei ihren Eltern unterkommen kann, während die Mitbewohner*innen die Pflanzen gießen.
bela vergleicht YARD BOMB mit OFF!, die gerne mit Justin Bieber auf Tour gehen würden, während bela krampfhaft eine Antwort auf die Frage nach Innovation bekommen will.
Das Interview mit Franz Nicolay (WORLD/INFERNO FRIENDSHIP SOCIETY) ist sehr tief- und feinsinnig, der seit kurzem regelmäßig Kurzgeschichten veröffentlicht.
TWINS gehen mir am Arsch vorbei und TAPE SHAPES erfüllen die Frauen* im Punk-Quote, wobei die sich ja doch eher im Grunge- und Stoner-Bereich suhlen.

Gesamteindruck:

Der Begriff HC wird hier weit gesteckt und eröffnet durchaus neue Perspektiven und Anregungen, wobei die Leser*innen sich schon einlassen müssen auf ein Miterleben und Biografisches. Während bela Innovationsfähigkeit mit Reflexivität verwechselt, Jan im CAMPINO-Interview zu defensiv ist, empfinde ich das Tomás/TROTTEL-, sowie FRANZ Nicolay-Interview eher DIY- und bedarfsorientiert, wo grafisches Erzählen mit Szene_Rekonstruktion verknüpft wird und kluge Kommentare hergeben.

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