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PLASTIC BOMB #112

PLASTIC BOMB #112
PLASTIC BOMB #112

PLASTIC BOMB #112
48 DIN-A-4-Seiten; € 3,50.-
Plastic Bomb, Heckenstr. 35, 47058 Duisburg
https://www.plastic-bomb.eu/wordpress/
Ronja ist zum wiederholten Male genervt von Mailorder-Kund*innen und äußert, auf welche Klientel sie keinen Bock mehr hat. Kollege Sven und die Raucher*innen stehen auch immer noch auf Kriegsfuß und in einer TOP-11 serviert er Punkrock-Benimm-Regeln als Pendant zu Kalle Stilles Konzertgänger*innenbeobachtungen, die er im OX-präsentiert(e).

AKNE KID JOE haben mit "What AfD thinks we do" einige Reaktionen ausgelöst, während KOTZREIZ im sehr, sehr kurzen Interview erstaunlich nüchterne Aussagen treffen. Basti indes zeigt sich im biographischen Reflex von seiner romantischen Ader, beschreibt die väterliche Keuschheitsoffensive und die ersten Anbändelungen mit einer Frau. Da gerät nicht nur der Hormonhaushalt durcheinander, sondern auch der Text, der am Schluss das letzte Drittel der vorangegangen "Story of..." wiederholt.
Maks interviewt Jay von Punk-Ethics und diskutiert die moralische Frage nach Sweatshops-Zubehör und -Merchandise in der Punk-Community. Punk against Sweatshops machen auch viel Kampagnenarbeit und Solidaritätsarbeit. ShenaNigan kam zwischen zwei Konzerten beim Rauchen vor der Tür mit dem Fotografen Viktor Gnezdilov ins Gespräch. Auf 2 Seiten werden einige seiner Porträts gezeigt, die tatsächlich wie aus einer Verbrecher-Kartei zu stammen scheinen. Basti interviewt Jennie von BAD COP/BAD COP, die sich zu Trump, Biden und die bittere Realität der Situation einer Band in COVID-19-Zeiten äußert. Die Pandemie ist auch ein Grund für Vasco, einige Fakten auszuschecken, die ökologische "Krise" zu durchleuchten und die politischen Symptom-Maßnahmen zu kritisieren. Andrea von PESTPOCKEN beschäftigt sich viel mit Geschlechterverhältnissen in der "Szene" und Danny hätte sich vielleicht auch einige andere Fragen gewünscht, als Herkunfts- und Beziehungsfragen zu beantworten. HARTZ ANGELS hätten anstelle eines Interviews besser eine selbst gebastelte Foto-Story abgeliefert, denn hierin haben sie Talent.

Gesamteindruck:

Die aktuelle Ausgabe ist erneut im Wesentlichen von der COVID-19-Thematik und ihre Folgen geprägt, was sich in Interview-Fragen und -Antworten genauso widerspiegelt wie in einigen Artikeln und Kolumnen. Die Zusammenstellung aus Politik, Punk und Biografisches ist trotz einiger Schwächen (KOTZREIZ-, Fisch und Oldrik-Interview) eine Qualitätssteigerung zu vorherigen Ausgaben und lässt darauf hoffen, dass das P.B. auch aufgrund der anhaltenden COVID-19-Pandemie genug Stoff liefert, aus der Not eine Punkrock-Tugend zu machen.

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