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DURST

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DURST
62 DIN-A-4-Seiten; € 10,00.-
jan@trust-zine.de
Jan Röhlk ist seit 2003 im TRUST-Fanzine-Kosmos aktiv, schreibt Kolumnen und führt Interviews, letztere in der Hauptsache mit Bands/Labels aus L.A.: "Ich bin Fan von Los Angeles' Punkkultur, aber auch der Stadt an sich."

Insbesondere die Specials zu SST und RKL in den Trust-Ausgaben waren und sind eine Blaupause an akribischer zeitgeschichtlicher Aufarbeitung. Jan hat L.A. mittlerweile 3 Mal besucht und seine Reiseberichte im TRUST veröffentlicht, 2 davon gibt es in dieser gebundenen Ausgabe nachzulesen. Anstelle von Interviews serviert Jan Auszüge hieraus, die die Widersprüche der Stadt und ihre Viertel/Szenen widerspiegelt. Des Weiteren ist L.A. für Jan ein "Sehnsuchtsort", der eng verknüpft ist mit Punkmusik, denen er auch in hier erwähnten Büchern auf den Grund geht, die die Musikgeschichte und die Szene(n) der Stadt beschreiben. Jan verweist zudem auf die TRUST-Homepage, wo alle von ihm geführten Interviews mit L.A.-Bezug archiviert/zugänglich sind.

Gesamteindruck:

Jan ist ein Nerd, no doubt. Und wer seine TRUST-Kolummen kennt, weiß, dass Jan auch akribisch recherchiert, Hintergründe und Ursprünge zu Songtitel, Bands/Labels nachgeht und bis ins Detail geht, um seinen Wissensdurst zu stillen. In diesem Booklet gibt es aber erstaunlicherweise weniger tiefgründige Einblicke und Gespräche, sondern eine Collage aus Zitaten, Fotos, Reisebericht und subkulturelle Sightseeingtour im Sinne von "Auf den Spuren von...". Das ist für Jan sicherlich wichtig, für die Leser*innen oftmals kaum nachzuvollziehen, worin der Sinn dieser Obsession liegt. Jan ist Fan einer Kultur und einer Stadt. Diese Leidenschaft liest mensch zwischen und in den Zeilen, die aber auch offenbaren, wie viel Demut/Respekt er den Gesprächspartner*innen, den Objekten entgegenbringt und wie wichtig es ihm ist, wenn er für sein Tun Anerkennung bekommt (etwa vom Barkeeper bei der Songauswahl aus der Jukebox). Ist das Booklet - wie Jan es nennt - aber ein geeigneter Reisebuchführer für Menschen, die L.A. besuchen wollen, um die Punkszene zu entdecken? Bedingt, da es hier vielfach auch um Relikte einer bestimmten Ära geht und auch Zeitgeschichte romantisiert verklärt wird. Doch auch so findet mensch den ursprünglichen Sinn wieder, den mensch im L.A.-Punk sucht und findet. Und das ist zumindest die subjektive Betrachtung der Wirklichkeit, die nicht für jedermann/frau den Nerv treffen wird.

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