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OX #153

OX #153
OX #153

OX #153
148 DIN-A-4-Seiten; € 6,50.- + CD
OX-Fanzine, Postfach 110420, 42664 Solingen
www.ox-fanzine.de
Joachim fordert aufgrund der "unkontrollierbaren Plattformen" wie facebook oder youtube die klassische Mail als Kommunikationskanal und wirbt so gleichzeitig für den OX-Newsletter. Im Anschluss werden alte Punkplatten aus dem Schrank geholt und Leser*innen dürfen erzählen, warum sie was im OX gut finden.

Kalle Stille macht es mal anders und erklärt seine subjektiv ausgewählten Worst of the worst-Platten aus dem Archiv, die er u.a. wie Folter in Guantanamo vergleicht. Seite einiger Zeit kocht wohl nur noch Uschi vegane Rezepte, die auch schon mal experimenteller und raffinierter waren.
Tom van Laak beschreibt das menschliche, asoziale Verhalten in Corona-Zeiten und schildert die Hochzeit von Sniffing Glue-Fanta und Braut Karin auf Burg Crass, um zum Ende wieder ins alte Fahrwasser zu gelangen und endgültig die Trinkerei (derzeit ist Ouzo sein Lieblings-Sprit) und Kräutertabak aufzuarbeiten, zumindest ist der Wille da.
Lars interviewt Bela B., der ganz buisnesslike über das neue Album plaudert, während Joshi von ZSK ganz geschickt den Underdog-Status beschwört und dann ganz geschickt auf die Supergroup-Stadion-Antifa-Blaupause-Band verweist, die die TOP 20-Combo geworden ist.
Seiten später kommt mit Thomas Thyssen ("Too much future") das erste gute Highlight, das sehr tief in die subkulturelle OstPunk-History eindringt. Dagegen ist das CHAOS-Z Interview zwischen Triebi Instabil und Andreas Löhr erschreckend schwach und sachlich-kühl. Ein weiteres Highlight ist das von Wolfram Hanke mit Charly Hübner geführte Interview. Charly Hübner wird gesiezt, wobei eine gewisse Distanz aufgebaut wird, aber es ist erstaunlich, dass Charly einen so großen Punk-Background hat und sehr interessante Einblicke aus der Punk-Sozialisation seiner Jugend einfließen lässt.
Frank Weiffen ist Gast auf Jürgen Engler seine Party und bringt uns auf den Stand der Dinge von Früher und Heute und die Bedeutung von Punk, die bei Jürgen um 1980 aufgehört hat zu existieren.

Gesamteindruck:

Das aktuelle OX hat seine Stärken immer dann, wenn tiefgreifende, ausführliche Gespräche den Inhalt bestimmen. Die erstaunlich vielen Interviews dieser Art belegen eine aufrichtige Verbindung zwischen denen, die involviert sind und einen Bezug aufbauen, Punk dokumentarisch, biografisch und persönlich zu erklären, was zeitlos gut ist.

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