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TEAM 0 - Tales from the Lockdown

TEAM 0 - Tales from the Lockdown
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TEAM 0

Tales from the Lockdown CD

Dogma Records
Timo Tolkmitt (DxBxSx, BLUTIGE KNIE) geht es wie viele andere seiner Zunft auch. Musik in Zeiten von Corona ist zum einen Krisenzeit, aber auch zum anderen Kreativzeit. Auftritte sind abgesagt, Künstler*innen kämpfen mit den Folgen der Pandemie. Doch es gibt viele kreative Wege, wie mit der Krise umgegangen wird. Digitale Formate und Online-Streaming-Konzerte oder das Rundum-DIY-Programm: alles alleine einspielen; Unplugged oder mit Strom.

Seit Monaten können Bands und Musiker*innen nicht auftreten. Was machen sie stattdessen? Zu Hause sitzen und Lieder über Corona schreiben und sie in kleinen Youtube-Videos veröffentlichen. Auch Timo reiht sich ein in die Riege der Wohnzimmer-Musiker*innen, die  in ihrer passiv-aggressiven Harmlosigkeit in ihren Altbauwohnungen im Kleiderschrank oder auf Klo sitzen und ihre alten Songs neu einsingen oder sich berufen fühlen, der Querdenker*innen-Szene einen Soundtrack zu widmen und dabei pathetische und einfältige Stückchen produzieren, in dem dazu aufgerufen wird, die Herzen noch enger zusammenzurücken, wenn diese Zeit es erfordert oder mit Parodie und Ironie missverstanden werden (und dann hinterher jammern, wenn diese nicht verstanden wurde und alles gar nicht so gemeint war). Timo skizziert den Alltag in Corona-Zeiten, benötigt Strukturen, kritisiert die Verschwörungsindustrie und versteht die Welt und ihre Menschen nicht. Sie mutieren zu Egomanen und Egozentriker*innen, Egoist*innen und Politiker*innen, die auf einmal alternativlose Rezepte und Konzepte verabschieden, die autonome Punkers stockkonservativ werden lassen. Timo macht Blues und Kellerdoom. Als Ü-40 Punk "wenigstens nicht mit na Akkustikklampfe" unterwegs im eigenen Reich zwischen Kordsofa und Eiche rustikal, mit frech-provokanten Thesen, die an der Küchentür angeschlagen werden, die beim ersten Kaffee am  Morgen und letzten Schnaps am Abend wie Kalendersprüche wirken: "hör auf zu hassen, fang an zu sorgen!"
Timos Musik ertönt im Gegensatz zu manch anderen Lockdown-Soundtracks weniger ein "Merkel, mach' die Clubs auf!"-Jammeralbum, sondern serviert ein  richtig dreckiges Stück Punkblues-Album mit Wah Wah, Rückkopplung und Fade away-Trip. Corona macht Timo genau so nachdenklich, wütend, traurig, einsam und entschlossen wie uns alle. Schön, wenn hieraus so etwas Tolles entsteht und das sarkastische Tagebuch lautgemalt wird wie ein frustrierter Ü-40 Punker auf dem Egotrip. Nach der ausverkauften MC folgt noch einmal Nachschlag auf Konserve. Neben der Dose Ravioli also die vollendete Sinfonie für alle Sinne.

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