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Aktionsbündnis will Geflügelkonzern blockieren

Das Bündnis „Gemeinsam gegen die Tierindustrie” hat für Mitte Juli ein Aktionscamp und eine Massenaktion zivilen Ungehorsams im Landkreis Vechta in Niedersachsen angekündigt. Ort des Protests wird die Hauptzentrale des größten deutschen Geflügelkonzerns PHW (Wiesenhof) in Rechterfeld sein. Es werden mehrere hundert Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet erwartet. Das Bündnis kritisiert die negativen Auswirkungen der Fleischproduktion und fordert einen Ausstieg aus der Tierindustrie sowie eine solidarische und ökologische Agrarwende.

Konzerne wie PHW heizen die Klimakrise an, sind für gigantisches Tierleid verantwortlich und beuten Arbeiter*innen aus“, sagt Antonia Hoffmann von Gemeinsam gegen die Tierindustrie. „Die Milliardenprofite dieser Unternehmen beruhen auf Gewalt und Zerstörung. Die Tierindustrie hat ihre gesellschaftliche Akzeptanz längst verloren – trotzdem wird sie noch immer massiv subventioniert. Im Juli zeigen wir, dass wir das nicht länger hinnehmen. Wir brauchen den Ausstieg aus der Tierindustrie und eine umfassende Ernährungswende.

Die Aktion wird voraussichtlich die größte Blockade-Aktion gegen einen Tierindustrie-Konzern in Deutschland sein, die je stattgefunden hat. Die niedersächsische Region, in der Protestcamp und Aktion geplant sind, weist deutschlandweit eine der höchsten Dichten an Tierfabriken auf.
Antonia Hoffmann: „Unsere Aktion richtet sich nicht gegen Landwirt*innen, sondern gegen die verantwortlichen Konzerne, konkret PHW. Diese Art der Produktion von Nahrungsmitteln hat keine Zukunft. Wir kämpfen für eine sozial gerechte Transformation des Agrarsystems.“

Auf dem Aktionscamp, das in der Nähe von Rechterfeld stattfinden wird, sollen Perspektiven zur Agrarwende und zum Ausstieg aus der Tierindustrie diskutiert und weiterentwickelt werden. Alle Interessierten und Gäste sind dort herzlich willkommen.
Das überregionale Bündnis „Gemeinsam gegen die Tierindustrie“ hat sich 2019 gegründet und seitdem mehrere Demonstrationen sowie Blockaden von Schlachthöfen durchgeführt, die sich u.a. gegen die Firmen Tönnies und Plukon richteten. Erstmals steht nun die PHW-Gruppe, der Konzern hinter der Marke Wiesenhof, im Fokus einer großen Aktion des Bündnisses. Alle Anlagen der Tierindustrie müssten geschlossen werden, heißt es im Aufruf zur Aktion.

Antonia Hoffmann sagt: „Die PHW-Gruppe tötet in einer einzigen Woche mehr als 4,5 Millionen Hühner – Lebewesen, die in ihrem extrem kurzen Leben nur gelitten haben. In den Mastställen wird massenweise Soja aus Südamerika verfüttert, das treibt die Abholzung der Regenwälder voran und verschärft globale Ungerechtigkeit. Auch in Deutschland sind die Schlachtfabriken des Konzerns Umweltkiller, weil sie riesige Mengen Wasser verbrauchen und Abwasser produzieren.“

Mit der Aktion zivilen Ungehorsams will das Bündnis den Betriebsablauf beim PHW-Konzern stoppen. Die Sicherheit der teilnehmenden Aktivist*innen, der Arbeiter*innen, der Tiere und aller Beteiligten hat dabei oberste Priorität. Zum Schutz vor einer Ausbreitung des Corona-Virus gibt es ein Hygienekonzept.

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