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V/A – Girlz Disorder Volume 2

V/A – Girlz Disorder Volume 2
V/A – Girlz Disorder Volume 2

V/A

Girlz Disorder Volume 2 LP+CD
Fire and Flames Music/Mass Productions
Punk war und ist immer auch weiblich und prägt die Punk-Community auf, vor, neben und hinter den Bühnen. Frauen*, Girlz, Riot Grrrls haben eben auch immer schon einen Einfluss auf die "Szene". Allerdings - und ich denke, dass ist das Problem - ist die Wahrnehmung eine andere. Zum einen werden Frauen* als "Exotinnen" präsentiert, als "female fronted"/ "all female band" gelabelt, als müsse das Geschlecht explizit wie ein zusätzlicher Anreiz angepriesen werden.

Zum anderen scheinen Frauen* vor allem deswegen weniger sichtbar, weil sie eine Bedrohung für cis-Männer sind, weil sie die Überlegenheit von cis-Männern herausfordern. Dabei sind charakteristische Stilmerkmale des Punk wie Aufsässigkeit, Unangepasstheit und Selbstbestimmtheit auch für das Entstehen einer weiblichen Musikszene (Riot Grrrl) enorm wichtig/notwendig. Rebellische Musik kennt kein Geschlecht. Das passiert nur, wenn Außenstehende die Musikerinnen stigmatisieren und fremd definieren. Es geht hier also um Missbrauch. Als Kathleen Hanna die Vergewaltigung ihrer Mitbewohnerin erlebte und entschied, dass derartige Übergriffe gegen Frauen nicht länger tabuisiert und verschwiegen werden dürften, war dies ein entscheidender Impuls für das Entstehen der Riot-Grrrl-Bewegung. Auch für Musikerinnen der jüngeren Generation ist der Kampf ­gegen patriarchale Gewalt ein großes Thema. Nochmal: Im Punk wird Sexismus produziert, no doubt. Doch Punk hat auch das Potenzial, das Patriarchat u brechen. Ein wichtiger Faktor ist der Impuls, der von den hier 26 aufgeführten Bands ausgeht. Bands wie MESSED UP kämpfen heute als eine der wenigen Frauenbands in Weißrussland mit sozialem Druck und Intoleranz und sehen sich auch als Aktivistinnen, die die von der patriarchalen Gesellschaft vorgeschlagenen Klischees und Vorurteile zurückweisen und abzulehnen. Feminismus ist die Waffe. Und die kommt hier musikalisch zum Einsatz: Musikerinnen aus Argentinien, Chile, England, USA, Polen, Deutschland, Brasilien, Schweden, Philippinen etc. Ein internationaler Femipunk-Sampler in einer hoffentlich langen Fortsetzungsreihe, bis Geschlechterrollen-Klischees überwunden sind.


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