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Drachenmädchen #14

Drachenmädchen #14
Drachenmädchen #14

Drachenmädchen #14
116 DIN-A-5 Seiten (quer); €3,50.
Drachenmädchen Magazin, Postfach 103308, 44033 Dortmund
https://www.myruin.de
Mit dem „losen“ Thema DIY haben Redaktion und Mitarbeiter*innen mehr oder weniger ihren Auftrag erfüllt, dem Oberthema gerecht zu werden.
Herr Neumann erklärt die Melange aus DIY und Business, bevor reichlich  Reflexionen und Selbstgemachtes aus der Trickkiste der Eitelkeiten die Welt des Selbermachens skizziert: Band, Fanzine, Radio und Filme machen, Konzerte organisieren und Sticken.

Gesamteindruck:

 Selbermachen meint vor allem „Produzieren statt konsumieren“. Beim „Do it yourself“-Trend wird in Eigenregie gehämmert, gestrickt und gestickt, genäht, gebastelt, gepuzzlet, gebrutzelt, geklebt was das Zeug hält. Nicht nur in Zeiten von Corona ist DIY zum Trend geworden. Für viele ist Selbermachen ein Bekenntnis zur Individualität – andere halten es für vergeudete Zeit. Der „Do it yourself“-Gedanke ist ein Pendant zur Punk-Bewegung: Es geht um kritische Konsumhaltung und Anti-Establishment. Und auch um Nachhaltigkeit. Wer nächtelang an seinem eigenen Fanzine bastelt, Leidenschaft und vor allem Kreativität investiert hat, weiß das fertige Stück mehr zu schätzen. Mika Reckinnen berichtet davon und zeigt auf, wie viel Mühe und Nerven es kostete, in Prä-Internet-Zeiten ein Fanzine zu erstellen und zu produzieren. Nicht Professionalität war gefragt, sondern Energie und eine Prise Dilettantismus. Fast zwangsläufig führten das kreative Experimentieren zu einer gewissen Selbstoptimierung und Professionalität bishin zu kommerziellen Auswüchsen. Leider gibt es in dieser Ausgabe zum Thema wenig kontroverse und diskursive Positionen. Lediglich Sabrina Lügt hat mit „Die Geschichte vom Spuk“ offenbart, wie patriarchale Strukturen im Punk, Ängste und Selbstabwertung Teile des Problems sind. Den das ist sehr wichtig, wenn wir über Punk und DIY sprechen: wenn ich einen Ort habe, der für mich Freiheit, Emanzipation und Alternativen bedeutet, dann sollten wir auch hier reflektiert und offen für Kritik und Veränderungen bleiben, denn Punk ist noch lange nicht inklusiv. Dennoch gibt es hier tolle Anreize und Möglichkeiten wie Nintes selbstgebauten Plattenspieler mit Legobausteinen oder Vicky Karachos Stickereien. Für die Unterhaltung ist auch gesorgt und insgesamt bietet die aktuelle Ausgabe ein wichtiges, aber auch ausbaufähiges Konzept.

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