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HANSA ZENECA #3 +CD

HANSA ZENECA #3
HANSA ZENECA #3

HANSA ZENECA #3 +CD
68 DIN-A-5-Seiten; € 1,50
hansazeneca@riseup.net
Maks hat Selbstzweifel und betont im Editorial, dass diese Ausgabe die letzte sein könnte, was vielleicht auch an seinen (überhöhten) Ansprüchen an sich und anderen liegt. Bis dahin verknüpft Maks pro-feministische Inhalte mit FLINTA*-Personen gegen eine offensichtliche Männerdominanz in der Punk-Community und Reise- und Konzertberichte.

Maks erneut in England unterwegs und berichet über die Hürden, in Corona-Pandemie-zeiten und nach dem Brexit in England einreisen zu können. In Brighton gibt es veganes Essen und ein Konzertbesuch im lokalen Club mit u. a. den vegan queer bisexuellen Punks von „Joe and the Shitboys“. Wieder zurück in „Teutschland“ besucht Maks das „Pankdemic“-Festival mit 4 Bands in Dortmund und anschließendem Interview mit der Konzertgruppe, die zukünftig ein Awareness-Konzept entwickeln will, um bspw. Transphobie bzw. Transfeindlichkeit im Publikum entgegenzutreten. Das von Schlossi übersetzte Interview mit Vez (WONK UNIT) liefert Hintergründe zu ihren musikalischen Aktivitäten und eine Stellungnahme zu Sexismus im Punk. Warum Maks THE KLEINS ins Fanzine-Boot zurückgeht, ist wohl nur mit dem Insiderwissen zu erklären, dass THE KLEINS „bis heute herhalten müssen, wenn es um schlechte running gags geht“. Maks’ Besuch in der ‚Baracke‘ endet in vorsorglichen Entschuldigungs- und Ausreden-formulierungen, die immer dann benutzt werden, wenn er sich bei Freund*innen verabschiedet und es ihm nicht gut geht.
Mit „Anarchopunk und Antisemitismus“ folgt ein kontroverses Interview mit ‚Schlomo‘ (ein Pseudonym), der/die sich mit dem Thema befasst hat. Im Verlauf entsteht allerdings der Eindruck, dass er/sie sich jede Kritik gegenüber Israel (sic!) verwehrt. Dabei gibt es sehr wohl berechtigte Kritik, etwa mit der israelischen Siedlungspolitik in Ost-Jerusalem. Rechtsnationale Israelis verbitten sich eine Einmischung aus Europa, was ihre Absicht verstärkt, überhaupt an einer 2-Staaten-Lösung interessiert zu sein. Schlomo schlussfolgert sehr einseitig in Richtung Antideutsche Kritik. Die antideutsche Kritik solidarisiert sich mit Israel aus der Erkenntnis, dass die Welt, so wie sie heute eingerichtet ist, den Antisemitismus immer aufs Neue hervorbringt. Schlomos Beispiele von Punk -und Anarchobands, die (angeblich) antisemitische Inhalte reproduzieren, sind mir nicht schlüssig genug, was Schlomo auch vielfach zugibt und die entsprechende Band/Person von den Vorwürfen per se frei-spricht. Bei solch einem komplexen Thema hätte Maks gut daran getan, sich mit dem Thema fachlich zu beschäftigen und mit Schlomo ein Streitgespräch zu führen, da er ansonsten Gefahr läuft, vorgeführt zu werden.

Gesamteindruck:

Maks freut sich wie Hulle, fährt E-Roller und reist wieder gerne. Wenn er aber so viel Wert auf eine politische Balance der Geschlechter legt, sollte er sich in anderen Bereichen besser vorbereiten. Davon abgesehen ist der Inhalt zur aktuellen Ausgabe eine unterhaltsame Mischung und überdeutlichem FLINTA*-Support! 

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