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Starman - David Bowie's Ziggy Stardust Years

Starman - David Bowie's Ziggy Stardust Years
Starman - David Bowie's Ziggy Stardust Years

Starman - David Bowie's Ziggy Stardust Years
Von Reinhard Kleist
176 Seiten; € 25,00.-
ISBN 978-3-551-79362-1
https://www.carlsen.de/hardcover/starman-david-bowies-ziggy-stardust-years/978-3-551-79362-1

Inhalt: 1972 erlebte die Geburt des Rock'n'Roll-Messias Ziggy Stardust, dessen provokantes Spiel mit sexueller Identität und Geschlechterrollen den Grundstein für David Bowies Aufstieg zum „einflussreichsten Popmusiker aller Zeiten“ (New Musical Express) legte.  
Starman erzählt von Aufstieg und Fall des wohl berühmtesten Alter Egos der Musikgeschichte.

Fesselnd verwebt Reinhard Kleist die Genese der schrillen Kunstfigur sowohl mit David Bowies glücklosem Bemühen in der Londoner Musikszene vor Ziggy Stardust wie auch mit seinem Ringen mit der eigenen Schöpfung auf dem Höhepunkt des Ruhms: Immer rasanter verwandelt sich Bowie selbst zum egozentrischen Rockstar, der an seinem ausschweifenden Lebensstil zu scheitern droht.

Gesamteindruck:

Reinhard Kleist „erzählt“ bevorzugt Lebensgeschichten einflussreicher Künstler wie Nick Cave, Johnny Cash und zuletzt in „Starman“ David Bowies Ziggy Stardust-Ära. Kleist konzentriert sich auf die Jahre von Bowies Aufstieg von den kleinen Bühnen Londons auf die großen Bühnen in den USA. Den knallbunten, mitunter beidseitigen Pop-Art-Bildern dieser frühen Siebzigerjahre stellt Kleist immer wieder Rückblenden in Brauntönen gegenüber. Der Kontrast könnte größer also nicht sein. Das hat seinen Grund. Denn Kleist skizziert die Geschichte eines Künstlers, der die Figur Ziggy Stardust erschaffen hat, um die Welt zu retten. Kleist nutzt den farblichen Kontrast, um das schwierige, gespaltene Verhältnis zwischen David Bowie und seiner Figur Ziggy Stardust zu verdeutlichen. Das führt letztendlich zu einem Bruch, um sich nicht in einer fiktiven Welt zu verlieren. Also begräbt David Bowie das selbst erschaffene Monster (S. 130–136), um nicht wie sein (Halb)Bruder Terry zu enden, dessen realen Schizophrenie Terry immer wieder gespiegelt wird: „...and the monster was me!“
Insofern ist der vorliegende Band 1 nicht nur zeitgenössische Kunst über eine exzentrische Kunstfigur, sondern auch ein gelungenes Psychogramm. „Wo ist David Jones geblieben?“, fragt David sich selbst. Und ohne diese Reflexionen, ohne seine Familie (hier besonders Terry) hätte die Kunstfigur Besitz ergriffen. Das Aus der Kunstfigur bedeutete ebenso das Aus seiner Band The Spiders from Mars. Aber Bowie hatte genau dieses Ende jeden Abend in seinem Song „Ziggy Stardust“ besungen: „When the kids had killed the man/I had to break up the band“. Reinhard Kleist scheint Fan zu sein. Seine akribischen detaillierten Zeichnungen sind ein Pop-Art-Spektakel, das der Kunstfigur gerecht wird. Und mit ‚LOW – David Bowies Berlin Years‘ kündigt Reinhard Kleist bereits eine Fortsetzung an. Eine ebenso spannende, wichtige Ära. In den 2 Jahren entstanden – inspiriert von der düsteren, entrückten Stimmung der eingemauerten Stadt – die Platten „Heroes“, „Low“ und „Lodger“ die als „Berlin Trilogie“ in die Musikgeschichte eingingen.

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