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PLASTIC BOMB #119

PLASTIC BOMB #119
PLASTIC BOMB #119

PLASTIC BOMB #119
48 DIN-A-4-Seiten; € 5,00.-
Plastic Bomb, Heckenstr. 35, 47058 Duisburg
https://www.plastic-bomb.eu/wordpress/
    Ronja fühlt sich wie in einem Deutschpunk-Text der 80er Jahre und auch Basti resümiert, dass „wir der atomaren Vernichtung in den 80er Jahren nicht mehr so nah sind wie jetzt“.
THE DEAD END KIDS sind „eine Bande von Chaoten, die sich in der Schule kennengelernt haben“. Die Band mit den 2 Engeln für Charlie plaudern über Glitzer_Power, Corona und über den Nutzen von sozialen Medien für eine Band. Carsten, Lars und Udo reflektieren ihre 33 Jahre Bandgeschichte als POPPERKLOPPER und dem Luxusproblem, aus dem reichhaltigen Repertoire ein Live_Set zusammenzustellen.

Chris Scholz weiß nicht so recht, worüber er schreiben soll, gibt es seiner Meinung doch zu viele Pointen auf das Elend der Welt und kommt dann vom Krieg in den Irak zum Grab von Helmut Kohl. Demgegenüber schaufelt Basti nun nicht mehr nur in der Gruft nach seltsamen Geschichten, sondern sendet direkt aus dem Grab und hat dafür einen eigenen youtube-Kanal eingerichtet. Philipp seziert Björn Fischers Buch „Rock-O-Rama - Als die Deutschen kamen“ und entdeckt einige Kritikpunkte und unterstellt dem Autoren Vernachlässigung in der Recherche durch Wiederholungen und Verharmlosung von neonazistischen Umtrieben des Protagonisten, während  Einordnungen andere überlassen werden, als selbst (politisch) Stellung zu beziehen. Ronja startet mit „21st Century Digital Punks“ eine neue Interview-Reihe mit jungen Punks, um zu erfahren wie diese die Szene (sic!) erleben, was sie bewegt und sich wünschen. Insbesondere Anas Erzählungen sind geprägt von einem (Über)Leben auf der Straße und der Suche nach einem Leben, wie sich das vorstellt, nahe zu kommen.
 Die Dödelhaie schwimmen wieder, Ronja ist in der Piercing-Hölle, hat eine Daten-CD von ihrem Hirn und OIRO starten mit „Coole Narben“ den Versuch, „in den Dialog zu treten, laut zu denken, andere Stimmen zu finden“. Wenn das der Führer wüsste…

Gesamteindruck:

Knallbunt und immer mit einem chaotischen Charme überrascht die aktuelle Ausgabe auch mit neuen Ideen, die allerdings nicht immer überzeugen. So scheitert Ronja mit dem abgekupferten Versuch, „Dinge, die total hot sind, wenn man reich ist…“ dem MAD-Anspruch gerecht zu werden, stellt aber mit der neuen Interview-Reihe mit jungen Punks ein sehr interessantes Projekt vor, das nicht so dogmatisch und verkrampft wirkt wie die das ständige Propagieren zur #PunkToo-Kampagne. Ansonsten gibt es ein Kessel Buntes mit unterhaltsamen Interviews, aber auch mit überflüssigen Artikeln. So hätten Bastis Eigenwerbung zum eigenen youtube-Kanal wie auch Chris Scholz’ Kolumne mit anderen qualitativen Inahlten gefüllt werden können, denn die Seiten sind eh schon knapp bemessen.

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