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Waxlegs - Horny Tears from Hell

Waxlegs - Horny Tears from Hell
Waxlegs - Horny Tears from Hell

Waxlegs

Horny Tears from Hell LP
Bretford Records/Cargo
'Nanu, sind das VICE SQUAD?' schießt es mir durch den Kopf, als nach den ersten Klängen und dem einsetzenden Gesang der furiose Opener "Devil" erschallt. Doch bereits mit dem darauffolgendem Song "DemolitioN" wird deutlich, dass WAXLEGS Punk und Hard and Heavy-Rock kombinieren. Aber immer bitte schön alte Schule, heißt: Jeans-Kutte und dirty Rock and Roll vom Allerfeinsten und weniger Spandex und Gepose. Wirklich erstaunlich, dass der oldschoolige Soundmix - eingefangen im O'tool Studio vor den Toren Berlins - aus Punk und Heavy Rock ihren Ursprung mit der Bandgründung im Winter 2019/20 hat und nicht Ende der 1970er Jahre in einer dieser trostlosen Städte Englands.

 "Nightmares" ertönt aus dem Kellergewölbe eines verranzten Hinterhofes und weckt die Sehnsucht, der Tristesse zu entfliehen und sich dabei großartig zu fühlen wie das Rumwühlen im Altkleider-Container. Bei "Killer" wird das Gitarren-Solo etwas übertrieben gespielt, aber hey, wofür ist sind die 6 Saiten denn da, wenn mensch nicht auch mal schnelle Läufe und komplizierte Riffs greifen darf?! Der 80er Jahre Charme ist unwiderstehlich und mit "Gas Station" gibt es den allerbesten Song ganz am Endes des Albums, ist er doch so wild, ungezügelt und eingängig wie ein Pferd, das über die Prärie galoppiert oder wie der der 955er Dreizylinder mit aggressivem Bellen und doch sinnlich-kultiviert.