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PARLOR - Tears for everything

PARLOR - Tears for everything
PARLOR - Tears for everything

PARLOR

Tears for everything LP
Source Atone Records
Im Spannungsfeld zwischen kontrolliertem Chaos und kathartischem Zusammenbruch entfesseln PARLOR auf Tears for Everything ein Werk, das so sehr schmerzt, wie es atmet. In schleppenden, jazz-durchzogenen Strukturen, zerrissen von atonalen Gitarrenriffs und einem Gesang, der mehr an ein Aufreißen der Stimmbänder als an Kommunikation erinnert, verdichten sich zehn Songs zu einem einzigen Schrei: roh, befreiend, unbarmherzig.

Thematisch zeichnet das Album den Weg einer Figur nach, die in der eigenen Konditionierung gefangen ist (Bind, Glide), in der hypervernetzten Jugend (Juvenile) ertrinkt und schließlich in ihrer selbst auferlegten Funktionalität erstarrt (Cement Diktat, In Charge). Die Sprache dieser Verzweiflung ist Lärm — ein Lärm, der sich weigert, Trost zu bieten.
Wo viele Bands kathartische Momente suchen, inszeniert PARLOR die totale Erschöpfung als ästhetisches Prinzip. Conqueror und Solace markieren den Versuch, im Medikamentösen oder im Selbstoptimierungsrausch Sinn zu finden, bevor die letzten Tracks (Abyss x The Drop x Tunnel) den endgültigen Absturz in die Dunkelheit vollziehen.
Tears for Everything ist kein Album zum Genießen, sondern zum Aushalten. Eine postindustrielle Messe des Schmerzes, die sich weigert, zu heilen. Kein Ausweg, keine Zuflucht – nur der nackte Körper im Klang, der blutet, schreit und lebt.


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