
Donner
Zurück ins Elend EP
Abbruch Records
Rein ins Elend, raus aus der Komfortzone. Donner werfen dich ohne Vorwarnung mitten hinein in den Scherbenhaufen des eigenen Daseins – zwischen Selbstzerlegung und der trotzigen Hoffnung, dass
aus der Asche vielleicht doch noch was wächst. „Zurück ins Elend“ klingt wie ein Ritt über Glasscherben mit Herzblut in den Reifen.
Hier röhrt der Punk mit Rock’n’Roll im Nacken und einer Gitarre, die immer wieder ausbricht, um sich selbst zu verlieren. Der Opener „Skinhead O’Connor“ legt ein Luftgitarrensolo hin, das so
dreckig charmant ist, dass man es kaum nicht lieben kann – bevor die Band die Faust ballt und Parolen brüllt, die so roh sind wie ehrlich. Wenn dann die Double-Bass lospoltert, das Blech aufheult
und das Saxofon im Titeltrack „Zurück ins Elend“ melancholisch nachglimmt, bekommt der Lärm plötzlich Tiefe.
Donner klingen, als hätten sie an jeder Straßenecke schon mal verloren – und sich trotzdem noch ein Bier bestellt. Zwischen Tresenromantik, Katermelancholie und aufrechtem Trotz entsteht ein
Sound, der kratzt, beißt und umarmt. Das ist Punk mit Herz und Hirn, mal hardcore, mal verspielt, aber immer aufrecht gegen den Strom.
Kurz gesagt: eine EP, die sich nicht anbiedert. Sie schwitzt, blutet, lacht – und bleibt da, wo’s weh tut.
