
Brausepöter
Frei von alle dem hier LP
NWE Musik/recordJet
„Was ist echt, was ist nur Betrug?“ – irgendwann kommt dieser Moment, in dem man erkennt, was sich für einen selbst wahr anfühlt. Was bleibt, wenn man die Nebengeräusche ausblendet und sich nur
noch auf das konzentriert, was einen wirklich trägt. Genau dort setzen Brausepöter an. Martin Lück, Bernd Hanhardt und Kemper schreiben Songs, die so unmittelbar und ehrlich sind, dass man sich
darin fast ertappt fühlt.
„Abhängig von Musik“ etwa wirkt wie ein Spiegel für all jene, die sich von Bands und Texten haben formen lassen – von Songs, die so fest im eigenen Lebensweg verankert sind, als wären sie in
Stein gemeißelt. Lieder, die man bis heute auflegt, um in Nostalgie zu baden und längst verblasste Erinnerungen ins Jetzt zurückzuholen. Doch anstatt in der Vergangenheit hängen zu bleiben,
fordern Brausepöter dazu auf, sich Neuem zuzuwenden – Musik zu entdecken, die frei entsteht, ohne Trends, ohne Anbiederung, ohne Grenzen.
„Psychokiller“ ist ein Paradebeispiel: ein Riffing irgendwo zwischen Kralle Krawinkel und Keith Richards, reduziert auf das Wesentliche und gleichzeitig voller Groove. Überhaupt finden sich auf
Frei von alle dem hier großartige Songs, die NDW, Dada, Blues und Punk miteinander vermischen – zu schräg und freigeistig für Pop, zu mutig und verspielt für den Mainstreampunk.
Brausepöter klingen hier so eigenständig wie selten – befreit, fokussiert und voller Lust am Experiment. Eine Platte, die bewusst alte Muster hinter sich lässt und dennoch weiß, wo sie herkommt.
