
Pabst
This is normal now LP
Ketchup Tracks
Auf ihrem vierten Album präsentieren Pabst eine Klanggewalt, die ohne jede Süßlichkeit auskommt. Stattdessen regiert ein druckvoller, fiebrig-ungezähmter Sound, getragen von laut aufheulenden
Fuzz-Gitarren, die bewusst an der Grenze zur Übersteuerung balancieren. Zwischen rock’n’rolligen Querverweisen, eruptiven Noise-Ausbrüchen und der Art von adrenalintreibender Wildheit, die man
nur von Pabst kennt, schimmern zugleich Emo-Rock-Momente durch – vor allem in den eingängigen Hooklines des Gesangs.
Bass und Drums agieren ungebremst nach vorne, voll auf Angriff, und treiben einem unweigerlich den Schweiß auf die Stirn. Für „I Felt All There Is To Feel“ hat sich das Trio zudem Unterstützung
von ihren Buddys DZ Deathrays geholt.
Sobald sich mal ein Hauch von Melodie oder Zuckrigkeit einschleicht, wird er sogleich wieder von Fuzz und Noise zerschreddert. Das Album entfaltet ein vibrierendes Gemisch aus Britpop, Punk und
Indie – ein wilder, farbenreicher Strauß aus vertrauten Genres, der jedoch nie nach Kopie klingt. „Song on the Radio“ ist pures Punkfeuer, während „Cool Car, Stupid Decisions“ fast schon wie eine
rohere, ungehobelte Version eines Blur-Rocksongs durchrauscht.
Überhaupt zeigt sich This Is Normal Now erfreulich vielseitig, ohne dabei Pabsts unverwechselbare Handschrift aus dem Blick zu verlieren. Keine Kompromisse, keine Anbiederung – hier spielen Pabst
schlicht und ergreifend das, was sie am besten können: kompromisslos nach vorne rocken. Das Songtrio „Happy Birthday“, „Heavy Metal Junk Island“ und „Big Big Heart“ liefert dafür einen sehr
überzeugenden Beweis.
