
BETA VOIDS
Scrape it Off
Hovercraft Records
Einfach drauf los. Es rumpelt, klingt schräg und ist laut. Viel Nihilismus im Gepäck. Mandy brüllt, schreit und keift, während Alpha ins Saxofon bläst und dabei Kaugummi zu kauen
scheint.
Das Album legt los, als hätte jemand ein Fass voll rostiger Nägel die Kellertreppe runtergetreten. Mandy schreit, keift und fletscht, Alpha prügelt das Sax wie eine Waffe – und irgendwo
dazwischen versuchen Gitarre und Rhythmusgruppe, nicht komplett den Halt zu verlieren. Spoiler: Sie verlieren ihn. Absichtlich.
„Baby’s In Detox“ ist ein zweiminütiger Zusammenbruch im Stroboskoplicht: kreischendes Sax, verwurstete Gitarren, Doppelgesang wie ein Streitgespräch, das in Stereo eskaliert. „M-O-T-H-E-R“
wuchtet dann mit Stooges-Groll nach vorne, die Bassline schert aus, als wolle sie lieber in einem anderen Song leben. Die Mischung aus Subhumans-Rotz und Sonics-Rampage wirkt wie eine
Kneipenschlägerei, die zufällig auf Band gelandet ist. „Brain Malfunction“? Eine Punk-Verfolgungsjagd auf Koffeinbasis, bei der Angry Samoans und Minutemen gemeinsam das Steuer verrissen
haben.
Produziert wurde das Ganze von Bassist Mike Vasquez im Sweatbox Northwest in Astoria – und genau so klingt es: schmutzig, unpoliert, gefährlich auf Anschlag. Dan McClures Gitarre schneidet wie
eine zerbrochene Scheibe durch die Songs, Seth Howard (plus Aushilfsschläger Mickey Calavera) halten den Beat im Schwitzkasten, und Rasmussens Saxofon heult wie ein Poltergeist mit
Blasinstrument.
Scrape It Off ist kein Retro-Punk, kein Nostalgie-Fetisch, kein „weißte noch damals?“ – es ist ein Tritt ins Kreuz. BETA VOIDS übernehmen die Vergangenheit nicht, sie verdrehen sie und brennen
sie an, nur um zu sehen, was passiert. Wer das Album hört, landet gedanklich zwischen heruntergekommenem Parkhaus, Skatepark-Session und Backstage-Bierdunst.
Erscheint am 19. November über Hovercraft Records. Die Band ist derweil in Mexiko unterwegs – verschwitzt, laut und so rücksichtslos, wie Punk 2025 leider viel zu selten ist.
