
Pia United
Peng! LP
Smith & Miller Records
Mit Peng legt Pia United ein 2. Debütalbum hin, das weniger wie ein klassisches Album wirkt und mehr wie ein anarchisch-bunter Rundumschlag aus Punk, Pop, Spoken Word und subkultureller
Selbstermächtigung. Frollein Höhne, die stimmlich wie textlich den Ton angibt, schleudert dem Publikum eine Mischung aus Schabernack und Radikalität entgegen – nicht um zu schockieren, sondern um
wachzurütteln, aufzuwirbeln, einzuladen.
Begleitet von Der General, Sir Herle und Costja Chaos entsteht ein Soundkollektiv, das sich bewusst außerhalb der gängigen Genregrenzen bewegt. Statt stromlinienförmiger Produktion regiert hier
ein DIY-Spirit, der an rockige Punk-Sozialisationen erinnert, aber mit ironischen Spielereien, Hashtag-Lyrik und Fun-Attitüde angereichert ist. Pia United denken Subkultur als offenes System: ein
Label im Aufbau, ein Kreis von „JungPIAnier*innen“, ein Gegenentwurf zu Szenepolizei und Dogma.
Textlich pendelt das Album zwischen pointiertem Slam, halbkaputten Parolen und Momentschnappschüssen, die sich wie klebrige Sticker im Kopf festsetzen. Wenn Frollein Höhne spricht, singt oder
Wörter wie Memes jongliert, entsteht eine Ästhetik der Übertreibung – kurz vorm Chaos, aber immer im Takt der eigenen Revolte. Und irgendwann macht es wirklich Peng: Punkrock drängt rein, Fun
zieht alles in einen Strudel aus Energie, zwei überraschende Coverversionen feiern das Prinzip Aneignung als Kunstform, und am Ende steht man in einem Raum, in dem die Party vorbei ist, aber das
Konfetti noch rumliegt.
Peng! ist ein Album wie eine geplante Eskalation: Molotow-Cocktail-Romantik für die Fantasie, Kissenschlacht für die Realität. Bald Straßenschlacht, bald Glitterregen – immer mit einem
Augenzwinkern. Was bleibt, ist die Idee, dass Revolution nicht staubig oder dogmatisch sein muss, sondern verspielt, laut, solidarisch und manchmal einfach sehr, sehr funny. Pia United liefern
dafür den Soundtrack.
