
AFK
Gift 7"
Ruin Nation Records
Andi, Bela, Moe und Sven versprühen Gift und spucken Galle. Punk as fuck, so kurz und knackig wie ein angepisster Jungpunk, der/die nicht in Heilung gehen will, sondern Hass und Wut bündelt, um
die destruktive Perspektive mit Mollinjektionen und gecrashter Harmonielehre zu verstärken. Das Credo: Wir sind der letzte Rest und "Scheiben klirren gegen Frustration" Motto gegen Langeweile und
für mehr Action.
Das sind die Worte Giftpfeile und manchmal auch zusammenhanglose Fragmente, Punk-Philosophie mit einem Mix aus oldschool-Haudrauf ohne Soli, intensiv und eindringlich wie wie ein Faustschlag ins
Zwerchfell bei 180 bpm. Keine Zeit zum Luftholen, keine Einladung zum Mitnicken – AFK wollen Reibung, keine Versöhnung. Gift 7" ist keine Platte, die gefallen will, sondern eine, die hängen
bleibt wie kalter Rauch in der Jacke.
Die 4 kurzen Songs wirken bewusst roh und ungehobelt, als wären sie im Affekt aus dem Proberaum geprügelt worden. Jeder Riff sitzt, um weh zu tun, jede Zeile klingt nach sofortiger Eskalation
statt reflektierter Distanz. Hier wird nicht analysiert, hier wird reagiert. Haltung statt Haltungsschaden.
Textlich pendelt das Ganze zwischen Straßenparolen, innerem Kurzschluss und nihilistischer Kampfansage. Keine Metaebene, kein ironisches Augenzwinkern – dafür ein permanenter Ausnahmezustand, der
sich konsequent durch die Rillen fräst. Gift meint hier nicht nur Inhalt, sondern Methode.
Diese 7" ist ein kurzes, aggressives Statement gegen Stillstand, Selbstoptimierung und weichgespülte Punk-Romantik. AFK liefern keine Lösung, kein Morgen, keinen Ausweg – nur den Soundtrack für
den Moment, in dem alles scheißegal ist und genau deshalb laut sein muss.
