
Nekrothorax
Leprakult CD-R
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Nekrothorax verweigern sich jeder Glättung – musikalisch wie ideologisch. Dariusz und Sint propagieren kompromisslosen Anti-KI-Music-Underground und bezeichnen sich nicht ohne Grund als Artists
of unlimited Necro Metal with a Crustpunk Aura. Leprakult ist kein Album, das gehört werden will – es will ertragen, durchlitten und ausgespien werden.
Hier öffnen sich Abgründe: Das Leben stinkt, Moral fault, und Gewinner sind die Sünder.
Die Songs wirken wie verrottete Manifestfragmente, geboren aus Schmutz, Lärm und innerer Leere. Polnische wie germanische Sprachfetzen werden nicht vorgetragen, sondern ausgewürgt,
zerrissen und neu zusammengenagelt. Besonders eindringlich: der Gastauftritt von Isidor Sr. bei „Gefühlstaubheit“, der dem Track zusätzliche Schwere und nihilistische Tiefe verleiht.
Sint grunzt, scheppert und kotzt seine Vocals mit roher Verachtung ins Mikrofon, während Dariusz die Saiten schreddert, als hätte Beelzebub persönlich die Finger im Spiel. Dazwischen akzentuierte
Laute, hysterische Ausbrüche und rhythmische Brüche, die jede Erwartung sabotieren. Das Resultat: Nekro-Pogo trifft auf Apokalypse-Headbanging – bis alles verglüht und nichts als Asche
bleibt.
Soundästhetisch bewegt sich Leprakult zwischen japanischem Crust-Chaos und frostigem skandinavischem Black Metal, jedoch ohne Kopie oder Nostalgie. Der Krach ist überraschend gut produziert, roh,
aber klar genug, um jede Wunde hörbar offen zu halten.
100 % unhappy Songs für eine Welt im Zerfall – Leprakult ist Soundtrack für Verwesung, inneren Kollaps und totale Verweigerung. Wer hier Spaß sucht, ist falsch. Wer Elend vertonen will, ist
zuhause.
