
P.t.b.P. #41
120 DIN-A-5 Seiten; € 4,50.-
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In der aktuellen Ausgabe verbindet Jan erneut Punk, Politik und persönliche Reflexionen zu einer vielschichtigen Ausgabe. Gleich zu Beginn richtet er solidarische Worte an die Crew
des Paranoya-Festivals und wünscht ihr „viel Kraft“ sowie „offene, ehrliche, direkte und auf Augenhöhe geführte Debatten“ im Zusammenhang mit dem Palästina–Israel-Konflikt und
palästinasolidarischen Positionen. Die Spannungen innerhalb der Punk-Community werden dabei exemplarisch am Streit um die italienische Punkband GOLPE konkretisiert.
Ein persönlicher Einschub ist Jans Rückblick auf seinen 40. Geburtstag, den er mit einem Konzertabend im Freund*innenkreis feierte. Es folgt ein Gespräch mit Mike von BOMB ALL RECORDS, in dem es
um Labelarbeit, Bands und die Punk-Szene in Göttingen geht. Jan stellt außerdem ANGELIC UPSTARTS und ihren Song Solidarity vor, der sich auf die Solidarność-Bewegung bezieht, und nutzt dies als
Einstieg, um mehrere Punkbands aus Polen zu präsentieren.
Brösel widmet sich dem Schwerpunkt „Wir Punks vom Hinterland“, in dem Menschen ihre Geschichten und Erfahrungen mit rechter Gewalt erzählen – eindringlich, persönlich und politisch relevant.
Göttingen taucht erneut auf, diesmal mit DUNKLE TAGE, deren Bandgeschichte Jan im Rahmen der Reihe Anarcho Punk Resistance nachzeichnet.
Maud und Johannes vom parcours Bildungsverein geben Einblicke in ihre Bildungsarbeit. Besonders hängen bleibt Mauds Aussage, dass Kinder „Knaller“ seien – etwa wenn sie im Rahmen eines
Grundschulprojekts sagen, Adolf Hitler habe es nicht verdient, richtig geschrieben zu werden. Ein weiteres bewegendes Kapitel ist Ingo Neuhaus (u.a. BOLZEN), der in seinem Buch Punk! Hauptsache
laut seine prägenden Jahre von 1976 bis 1987 festhält. Vor dem Hintergrund seiner Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs wollte er bewusst Zeitgeschichte hinterlassen – über Punk, Jugend und das
Aufwachsen in Bremen.
Gesamteindruck:
Proud to be Punk #41 steht für Punk, Politik, Antifa, Anarcho-Haltungen und dem immer wiederkehrenden Sachsen-Punk-Report. Platten, Bands, Filme und Bücher bilden wie immer das Fundament der Ausgabe, angereichert mit persönlichen Geschichten und klaren politischen Statements. Trotz vieler Bezüge auf den Punk „von damals“ wirkt das Heft nicht nostalgisch, sondern lebendig – ein engagierter Beweis dafür, dass Punk nach wie vor Haltung zeigt und relevant bleibt.
