
Gebretter
Pint Peddla LP
Scene Police Records - Enginieer Records - Dämon Tonträger - Rookie Records
Wat soll mer sage: Gebretter machen et Ventil op un dreh’n voll auf. Pint Peddla is Krawalltherapie, Angriff nach vorne und Mittelfinger hoch gegen alles, wat gerade drückt. Max, Alex, Turbine,
Ben und Chrissi nehmen sich die Themen der Zeit und jagen se durch den Gebretter-Fleischwolf – wütend, ehrlich, ohne Sicherheitsnetz. Dat Ergebnis: purer Gebretter-Vibe, nix geschniegelt, nix
glatt.
Der Sound kommt klar, wuchtig und direkt in de Fresse. Texte pendeln zwischen nihilistischen Seitenhieben, offenen Schürfwunden, Drahtesel-Philosophie und messerscharfen politischen
Provokationen. Mal rotzig, mal bitter, immer mit dem Ziel: Druck ablassen. Krawall machen. Angreifen.
Die Gitarren treiben riffbetont nach vorne wie ’ne schlecht gelaunte Demo, der Bass knurrt so hart, dat dir die Rippen klappern, und das Schlagzeug spielt, als wär der Drummer frisch vom Set der
Muppet Show geflohen – wild fuchtelnd, breit grinsend, aber millimetergenau im Takt. Chaos mit Kontrolle, wie et sich gehört.
Der Gesang klingt permanent so, als hätte er gleichzeitig ’nen Moshpit und ’ne fette Halsentzündung überlebt. Gesungen wird auf Deutsch, Englisch und Kölsch – „Wat wellste maache?“ – passt alles,
fühlt sich richtig an. Angepisste Allez-Hopp-Krawallnummern wie Chat G.B.H., Deutsche Panzer oder Porzellan Syndrome laufen im HASS-Modus, mit rollender Panzer-Taktik und maximalem
Vorwärtsdrang.
Dann wieder runterfahren, Erdbong an, Slamdance kriecht über den Boden: Goodbye nimmt kurz den Fuß vom Gas, beruhigt den inneren Beelzebub und lässt den Fahrrad-Punk verschnaufen. Denim Demon und
Dosenbier, Koks und Erdbeeren als Tagesmenü – Yummy Yummy, aber mit Dreck unter den Nägeln.
Unterm Strich: Pint Peddla ist Punk als Ventil, als Faust, als Befreiungsschlag. Kölscher Kopp, internationaler Abriss. Laut, unbequem, ehrlich. So muss dat. Ende Gelände.
