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BLAUFUCHS - Bis jetzt ging alles gut

BLAUFUCHS - Bis jetzt ging alles gut
BLAUFUCHS - Bis jetzt ging alles gut

BLAUFUCHS

Bis jetzt ging alles gut LP
Uncle M Music
BLAUFUCHS liefern mit Bis jetzt ging alles gut ein poppig-melodisches Punk/Rock-Album, das auf jugendliche Aufbruchsrhetorik setzt, aber auch auf Reflexion, Haltung und Lebenserfahrung. Musikalisch fußt die Platte im nordamerikanischen Pop-Punk,  entwickelt daraus jedoch einen eigenständigen, gereiften Sound. Die Songs wirken weniger getrieben, dafür fokussierter: mit klaren Koordinaten, politischer Wachsamkeit und dem Anspruch, „immer für euch da“ zu sein. Das Ergebnis klingt nicht nach Nostalgie, sondern nach Perspektiven für ein Ende nach der Schulzeit  – persönlich, gesellschaftlich und unbequem ehrlich.

Inhaltlich spiegelt das Album die letzten vier Jahre wider: eine Welt, die sich stark verändert und kaum verbessert hat. Diese Stimmung zieht sich durch alle Texte – mal offen konfrontativ, mal leise und präzise beobachtend. Trotz spürbarer Resignation bleibt stets ein Rest Hoffnung erhalten, ein Beharren darauf, dass Engagement und Solidarität weiterhin Sinn ergeben. Besonders eindrücklich gelingt das im zentralen „Koordinatensong (54.31° N 13.08° O)“, einem intensiven Duett mit Georg von SOAB. Sänger Johannes König blickt darin auf seine ostdeutsche Herkunft und die Lebensrealität seiner Familie zurück – aus der Distanz eines Weggezogenen, mit allen Brüchen zwischen Ost und West, aber auch mit dem Versuch von Verständigung und Versöhnung. Auch Stücke wie „Hinterland“ oder „Juno-Beach“ knüpfen diesen thematischen Faden weiter und verbinden Biografie mit politischer Gegenwart.
Die zahlreichen Gastbeiträge unterstreichen den kollektiven Ansatz des Albums: Andi von Elfmorgen, Georg von SOAB sowie ein vielstimmiger Chor befreundeter Bands verleihen einzelnen Songs zusätzliche Tiefe und Dringlichkeit. Gleichzeitig markiert Bis jetzt ging alles gut für BLAUFUCHS auch intern einen Neuanfang. Nach mehreren Umbesetzungen klingt die Band kompakt und gefestigt: härtere Drums, filigranere Gitarren, ohne den Kern zu verlieren. Hauptsongwriter John Hofmeister sorgt weiterhin für den amerikanisch geprägten Sound, während Johannes Königs deutsche Texte das emotionale und politische Zentrum bilden. So ist ein Album entstanden, das nicht laut um Aufmerksamkeit buhlt, sondern nachhaltig wirkt – als ehrliche Bestandsaufnahme einer Generation, die gelernt hat, mit und gegen den Strom zu schwimmen. Musik zwischen Jugendzentrum und Sommerfestivalbühne: roh genug für verschwitzte Kellerräume, groß genug für offene Wiesen. Hymnischer Punk/Rock mit Pop-Punk-Wurzeln, der Gemeinschaft stiftet, Haltung zeigt und live genauso funktioniert wie im Kopfhörer.

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