
VLIMMER
Aufbeißer / Young Folks CD-R
Blackjack Illuminist Records
„Aufbeißer“ lehnt sich an Vlimmers synthlastige Dream-Pop-Seite an und entfaltet einen Groove aus scheppernden Beats und wabernden, düster pulsierenden Basslinien. Darüber legen sich eine DEPECHE
MODE'sche Klaviatur mit effektvollen Synthklängen, die geisterhaft anschwellen, schmerzlich aufleuchten und sich bedrohlich in die Länge ziehen wie eine albtraumhafte Sequenz. Getragen wird das
Ganze von Alex' melancholischem Gesang, leise und leidend, zwischen Major Tom und Todessehnsucht. War das ein Traum? Wohl kaum.
Im Kontext von Dream Pop und Indie wirkt die Young-Folks-Version (im Original von Peter, Bjorn and John) dabei wie eine bewusste Abkehr vom Verspielten und Kindlichen früherer Lesarten: Das Lied
streift das naive Staunen neuer Liebe ab und manövriert das ursprüngliche Gefühl von Nähe und Verbundenheit in ein dunkleres inneres Vakuum. Wo zuvor Leichtigkeit herrschte, dominieren nun
taumelnde Gedanken, Unsicherheit und ein unterschwelliger Sog nach innen. Die Romantik ist nicht verschwunden, aber sie ist gebrochen — weniger ein leuchtender Anfang als ein Nachhall, der im
Echo seiner eigenen Intensität verhallt.
2Lieder, die die die Schattenspiele und -gedanken einer schlaflosen Nacht einfangen, bis dich Alex' Pfeifen weckt.
