
MELONBALL
Take Care LP
Rookie Recordsd/Thousand Islands Records/Indigo
Mit „Take Care“ legen Melonball die Messlatte für melodischen, technisch versierten Punkrock ein gutes Stück höher. Die Nürnberger Band schneller, vielseitiger und emotionaler denn je.
Schon nach wenigen Takten wird klar: Hier trifft solides Songwriting auf starke Instrumentalarbeit und durchdachte Lyrics – ganz ohne stumpfes Gedresche. Die Gitarren liefern scharfe, ausgefeilte
Riffs, die sich immer wieder freispielen dürfen, Soli einstreuen und den Songs Raum zum Atmen geben. Besonders wenn das Schlagzeug nicht einfach durchgehend schnattert, sondern mit detailreichen
Figuren Dynamik erzeugt, entfaltet das Album seine größte Stärke.
Die Gitarren liefern scharfe, ausgefeilte Riffs, die sich immer wieder freispielen dürfen, Soli einstreuen und den Songs Raum zum Atmen geben. Besonders wenn das Schlagzeug nicht einfach
durchgehend schnattert, sondern mit detailreichen Figuren Dynamik erzeugt, entfaltet das Album seine größte Stärke. Die Produktion bleibt bewusst roh und direkt – kein überflüssiger
Schnickschnack, sondern greifbare Energie.
Inhaltlich verbinden Melonball gesellschafts- und politisch relevante Themen mit sehr persönlichen Momenten. Diese Mischung verleiht den Songs eine glaubhafte Dringlichkeit. Die Wut ist spürbar –
in den Texten ebenso wie im Vics eindringlichen Gesang, der zwischen Melodie und Attacke pendelt.
„Ignite“ zeigt exemplarisch, wie gekonnt die Band unterschiedliche Stil-Elemente miteinander verschmilzt, ohne dabei verkopft zu wirken. Technisch anspruchsvoll, aber mit unmittelbarer Wirkung.
„Garbage Day“ hingegen haut in knapp anderthalb Minuten alles raus: Vollgas, aggressiv, kompromisslos. Und doch bleibt es eingängig. Auch Songs wie „129“ oder „Bullshit Revolution“
unterstreichen, dass sich die Band keineswegs auf Bewährtem ausruht, sondern hörbar an ihrem Songwriting gefeilt hat. Harmonien und Tempo geben dem bekannten Melonball-Sound ein frisches
Gewand.
Die Instrumente spielen sich dabei immer wieder gegenseitig die Bälle zu, bauen Spannungen auf, lösen sie auf – und Vics Gesangslinien setzen den entscheidenden Treffer. Genau in diesen Momenten,
wenn Energie, Melodie und Haltung zusammenfallen, sind Melonball am stärksten.
Melonball verbinden auf dem neuen Album technische Finesse mit emotionaler Wucht und schaffen es, politische Haltung und persönliche Themen organisch ineinanderfließen zu lassen. Die Songs wirken
durchdacht, ohne verkopft zu sein, roh produziert und gerade deshalb so unmittelbar. Hier wird nicht einfach drauflos gebrettert, sondern mit Dynamik, Melodie und spürbarer Leidenschaft
gearbeitet.
Das Ergebnis ist ein Album, das gleichermaßen ins Ohr wie ins Mark geht – wütend, reflektiert und voller Energie. „Take Care“ beweist eindrucksvoll, dass moderner Punkrock Anspruch, Intensität
und Eingängigkeit mühelos vereinen kann.
