· 

SLIP~ons - Overtime

SLIP~ons - Overtime EP
SLIP~ons - Overtime EP

SLIP~ons

Overtime EP
Scamindy
Was passiert, wenn sich zwei kanadische Musiker mit jahrzehntelanger Bühnenerfahrung zusammentun und kompromisslos auf Gitarren, Lautstärke und Melodie setzen? SLIP~ons liefern die Antwort. Sänger Brock Pytel, der in den späten Achtzigern als Schlagzeuger der Montrealer Pop-Punks Doughboys spielte, wird dabei von Brian Minato begleitet, dessen Bassspiel seit Jahren das Fundament im Live- und Studioapparat von Sarah McLachlan bildet. Gemeinsam mit ihren Mitstreitern formen sie ein Quartett, das gitarrenbetone Rockmusik nicht als Pose, sondern als Praxis versteht.

Die zweite EP Overtime ist ein konzentrierter, schnörkelloser Kraftakt. Der Titel – entlehnt aus der Verlängerung im Eishockey, in der ein einziger Fehler alles entscheidet – ist Programm: Diese Songs stehen unter Spannung. Sie verdichten Druck zu Energie, schärfen Konturen, lassen keinen Takt ungenutzt verstreichen.
Musikalisch setzt die Band auf ein Wechselspiel aus rauer Dringlichkeit und hymnischer Klarheit. Die Gitarren schieben nach vorn, offen und körnig im Ton, mit genau jener Mischung aus Unmittelbarkeit und Melodiegespür, die dem Alternative-Rock der Neunziger seine bleibende Relevanz verlieh. Gleichzeitig blitzt immer wieder eine lässige, beinahe unaufgeräumte Souveränität auf – Songs, die sich nicht geschniegelt präsentieren, sondern Ecken und Kanten stehen lassen und gerade darin ihre Größe finden.
Pytels facettenreiche virtuose Stimme trägt das Ganze mit einem rauen, leicht angerauten Timbre, das weder Pathos noch Ironie braucht. Er phrasiert direkt, ohne Umwege, und trifft doch den Nerv zwischen Trotz und Nachdenklichkeit. Die Arrangements sind straff, ökonomisch, auf den Punkt. Kein überflüssiges Solo, kein dekoratives Beiwerk – jede Bridge, jeder Refrain erfüllt eine klare Funktion im Spannungsbogen.
Auch textlich verschiebt sich der Fokus. Persönliche Bruchlinien bleiben präsent, doch sie werden eingebettet in ein größeres Koordinatensystem aus gesellschaftlicher Reibung und politischem Bewusstsein. „Ich habe es durch die komplette A-Seite geschafft, ohne einen einzigen Song über eine Trennung“, sagt Pytel – ein Satz, der weniger als Scherz funktioniert denn als Selbstverortung. Die Perspektive ist gereift, der Blick weiter geworden.
Overtime ist eine EP, die an die elementare Kraft von Gitarrenbands glaubt: vier Leute in einem Raum, Strom auf den Saiten, Schweiß auf der Stirn. Super!


Get in touch


Newsletter


Homepage durchsuchen




Homepage übersetzen