
Sexgeräusche
Geile Töne
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„Mutti, hol die Kinder rein!“ – so oder so ähnlich könnte man das Umfeld beschreiben, wenn Sexgeräusche 16 Mal den Marsch blasen und Geile Töne aufdrehen. Wobei: Der Vati bleibt in der Garage.
Zwischen ölverschmierten Schraubenschlüsseln, halb zerlegtem Motorblock und aufgedrehter Anlage entfaltet sich hier ein Sound, der irgendwo zwischen Werkstattromantik und Abrissbirne
pendelt.
Ist es ein Hubschrauber? Ein Panzer? Oder einfach nur krachiger Schraubenschlüssel-Hardcore mit bewusst schmutziger Attitüde?
Die Antwort lautet vermutlich: alles zugleich. Die Songs bollern, rumpeln und scheppern, als würde gleich das Garagentor aus der Verankerung fliegen. Dabei schwingt dieser alte
„Rein-und-raus“-Punk-Spirit mit – roh, direkt, ohne doppelten Boden.
Der Flair erinnert an die rotzige Energie von STRASSENJUNGS und die schillernde Überdrehtheit von Rudolf Rock & die Schocker, das Niveau von Hemmungslose Erotik – nur mit noch mehr Schweiß
auf der Stirn und Dauer-Polizeisirenen im imaginären Hintergrund. Provokant, laut und mit einem Augenzwinkern, das irgendwo zwischen Proberaum-Klamauk und ehrlicher Punk-Tradition hängt.
Für die ZDF-Hitparade wäre das Ganze vermutlich ein Kulturschock gewesen, und selbst Jan Böhmermann hätte Mühe, das noch ironisch zu überhöhen. *Geile Töne* ist schlicht zu direkt, zu derb im
Humor und zu konsequent im Krach.
Musikalisch geht es weniger um Feinzeichnung als um Wucht. Die Gitarren röhren, der Gesang schwankt zwischen Gebrüll und gröhlender Hymne, und die Produktion trägt bewusst diese Garagen-Patina,
die Authentizität wichtiger nimmt als Hochglanz.
Geile Töne ist nichts für Feingeister – aber ein Fest für alle, die ihren Punk dreckig, laut und mit öligen Fingern serviert bekommen wollen. Konsequent, kompromisslos und mit einem klaren
Bekenntnis zum Sex und Geräusche aus allen Öffnungen.
