
Lone Assembly
Knots & Chains LP/CD
Irascible Records
Mit einem satten bombastischen Dark-Wave- und Synth-Sound zelebrieren Lone Assembly auf Knots & Chains einen stark von den 1980er Jahren geprägten Stil zwischen kühler Melancholie und
pathetischer Größe. Der Geist von The Sisters of Mercy und Depeche Mode schwebt zwar hörbar über den Songs – hier die düstere Gravitas, dort die elektronische Eleganz –, doch bloße
Referenzspielerei wäre als Beschreibung zu kurz gegriffen.
Denn Knots & Chains brilliert geradezu darin, einen eigenständigen, unverkennbaren Sound zu etablieren. Bereits der langsam marschierende Opener „Call of the Swift“ setzt ein monumentales
Ausrufezeichen: Hoch aufragende Synth-Flächen, druckvolle Beats und eine Produktion, die in ihrer opulenten Wucht fast Ehrfurcht einflößt. Man fühlt sich klein – und will doch tiefer
hineingezogen werden.
Gerade im Spiel mit Kontrasten offenbart sich die Stärke des Albums. Lone Assembly verbinden Verzweiflung und Hoffnung, introvertierte Reflexion und hymnische Eskalation mit beeindruckender
Souveränität. Die Songs wirken flehend und fordernd zugleich, wagemutig im Aufbau, dabei stets von einer unterschwelligen Dringlichkeit getragen. Was zunächst kühl erscheint, entfaltet mit jedem
Durchlauf eine emotionale Sogwirkung.
So entsteht ein Werk, das die Ästhetik der Achtziger nicht nostalgisch reproduziert, sondern selbstbewusst weiterdenkt. Düster, kühn, mitreißend – und, offen gesagt, brillant.
