
Power Müsli Of Death
Müsli bei die Fische LP
Müsli Music
Müsli Fun Punk mit Konzept. Müsli für die Fische ist ein Album rund um Lachs und Liebe. Mutige Kämpfer für die Umwelt, für Punkrock auf Meer und See, von A wie Aal bis Z wie Zander. Zwischen
Impfgegnern, Nazis und Konzernen wird hier ordentlich geangelt – allerdings weniger nach Forelle als nach Absurditäten unserer Zeit. Wer in fremden Gewässern fischt, ist entweder
Greenpeace-Mitarbeiter oder Koch.
Heute kommt Punk auf den Tisch, frisch zubereitet mit harmonisch treibenden Melodien und einer 12-seitigen, beidseitig bedruckten Speisekarte. Darauf finden sich spleenige Rezepte für die Neue
Deutsche Härte, liebevoll karikiert. Fischesterben und Raffgier, Sportangeln und Wetteifer werden hier mit einer ordentlichen Portion Polka, Punk und Ballade abgeschmeckt.
Musikalisch schwimmt die Platte dabei fröhlich gegen den Strom. Mal rumpelt der Bass wie ein alter Außenbordmotor, mal knattert die Gitarre wie eine Möwe mit Koffeinüberdosis. Die Refrains
bleiben kleben wie Fischgräten im Hals – allerdings auf die angenehme Art. Textlich bewegt sich das Ganze irgendwo zwischen Umweltaktivismus, Kneipenhymne und komplettem Nonsens. Wer schon immer
wissen wollte, wie sich ein Liebeslied an einen Lachs oder eine wütende Ode an übermotivierte Sportangler anhört, wird hier bestens bedient.
Dabei nehmen sich Jan Schoele, Till Schoele, Daniel Pastenaci und Johann Marquardt selbst nie zu ernst. Der Humor ist so trocken wie ein alter Stockfisch, die Wortspiele fliegen einem um die
Ohren wie panische Heringe im Schleppnetz. Trotzdem blitzt zwischen all dem Quatsch immer wieder eine klare Botschaft durch: Die Meere sind leerer geworden – aber wenigstens der Punk ist noch
voll.
Fazit:
Müsli bei die Fische ist Konzeptpunk mit Augenzwinkern und Gräten im Getriebe. Schräg, verspielt, manchmal albern, aber immer unterhaltsam. Wer Punkrock mag, der nach Hafenluft, Algen und einem
Hauch Wahnsinn riecht, sollte hier unbedingt anbeißen. Ein Album wie ein Fischbrötchen: etwas chaotisch belegt, leicht salzig – und überraschend sättigend. Wäre perfekt ausgelegt in Zoohandlungen
und beigelegt in Angel- und Aquariummagazinen.
