
NICO BONES
Sweet Heart Break LP
Wanda Records
Mit ihrem Album Sweet Heart Break liefern NICO BONES eine dreckige Liebeserklärung an den Old-School Power Punk Rock’n’Roll. Das Trio bewegt sich souverän im Spannungsfeld zwischen rotzigem Punk,
bluesgetränktem Rock’n’Roll und sleazigem Street-Rock – roh, ungeschliffen und mit genau der richtigen Portion Attitüde.
Die Songs wirken, als wären sie direkt aus einem verrauchten Proberaum in ein Tape-Deck geprügelt worden: knarzende Gitarrenriffs, ein treibendes Schlagzeug und diese herrlich rotzige Stimme, die
jeden Refrain mit einem snotty Grinsen ins Mikro rotzt. Dabei verlieren NICO BONES nie das Gespür für eingängige, fast schon süchtig machende Melodien, die sich sofort im Ohr festsetzen.
Stilistisch schielen die Tracks deutlich in Richtung der frühen Glam- und Proto-Punk-Helden. Immer wieder blitzen Referenzen zu den New Yorker Straßenhunden von New York Dolls auf – diese
Mischung aus Glam-Schmutz, Punk-Energie und Rock’n’Roll-Herz. Auch der Geist von Johnny Thunders schwebt über den Songs: lässige, leicht heruntergekommene Gitarrenlinien, Hooks mit Herzschmerz
und dieses Gefühl von romantischer Selbstzerstörung.
Gleichzeitig schimmert immer wieder der lose, swaggernde Spirit der The Rolling Stones durch – vor allem wenn die Blues-Wurzeln durchbrechen und der Groove kurz gefährlich ins Schlingern gerät.
Und wenn die Gitarren dreckig twangend nach vorne preschen, fühlt man sich unweigerlich an die Straßeneleganz von Johnny Thunders & The Heartbreakers erinnert.
Sweet Heart Break klingt nicht nach Retro-Kalkül, sondern nach echter Liebe zum kaputten Rock’n’Roll: Songs über gebrochene Herzen, nächtliche Bars, verlorene Romantik und das süße Gefühl,
trotzdem weiterzumachen. Genau diese Mischung aus Rotzigkeit, Melancholie und Melodie macht die Platte so charmant.
Wer auf dreckigen, ehrlichen Punk-Rock’n’Roll mit Glam-Kante steht, bekommt hier ein Album mit 6 Songs, das genauso gut 1977 in einem New Yorker Club hätte entstehen können – und genau deshalb
heute noch so verdammt lebendig klingt.
