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TRUST #237

TRUST #237
TRUST #237

TRUST #237
68 DIN-A-4 Seiten; €4,00.-
Trust Verlag, Dolf Hermannstädter, Hamburger Str. 243, 28205 Bremen
https://trust-zine.de/
    Dolf hat es verpasst, eine vollständige Liste aller Bands zu führen, die er seit 1980 live gesehen hat. Inzwischen verspürt er ohnehin bei den meisten davon kein Bedürfnis mehr, sie erneut zu sehen – was, wie er selbst sagt, „nicht an den Bands liegt, sondern an mir“.
Jan Röhlk betreibt weiterhin akribische Ursachenforschung: Er klärt, was es mit der Hand auf dem Dead-Kennedys-Cover von „Plastic Surgery“ auf sich hat, beleuchtet den Ursprung von „Viva La Muerte“ von SLIME und geht der Frage nach, was genau auf dem RKL-Cover des Albums „Rock and Roll Nightmare“ mit dem Skatedeck dargestellt ist – und ob es sich bei einem abgebildeten Objekt tatsächlich um eine Bong und nicht etwa um einen Posterrollenhalter (???) handelt.

Im Interview mit Jan Röhlk erklärt Fred Hammer, dass Oxnard bzw. Nardcore im Vergleich zu Orange County oder L.A.-Punk deutlich stärker im Underground verankert war.
STUN sind Geschichte – und mit Oskar als drittem Gitarristen unter dem Namen DRAMATIST wieder auferstanden. Gitarrist und Sänger Marco kann sich die neue Platte inzwischen auch entspannt anhören. Clement von DÄÄCHT berichtet, dass die Nähe Nürnbergs zur tschechischen Grenze das Thema Drogen allgegenwärtig mache und man „leider mehr als nur ein paar Freunde und Bekannte an diverse Substanzen verloren“ habe.
SYD von FLASYD thematisiert in „Brain Drain“ die eigene psychische Erkrankung und zieht dabei den Vergleich zwischen psychischen Leiden und Geschlechtskrankheiten. Abschließend gibt Martin Lück von BRAUSEPÖTER Mika ausführliche Antworten zu Hype, zum Aufwachsen als Jugendlicher in Ostwestfalen und bezeichnet den Kulturgüterbahnhof (KGB) in Langenberg als vielleicht „tollsten aktuellen Indie-Club Deutschlands“, da Bandauswahl, Preisgestaltung und Ambiente „in einer eigenen Liga spielen“.

Gesamteindruck:

Eine typische TRUST-Ausgabe: dicht, detailverliebt und tief in der Szene verwurzelt. Die Mischung aus persönlicher Reflexion, nerdiger Recherche und Interviews funktioniert gut, auch wenn die Themen streckenweise sehr speziell bleiben. Gerade die Leidenschaft für Hintergründe und Subkultur macht den Reiz aus – verlangt aber auch ein gewisses Vorwissen oder Interesse. Insgesamt eine lohnenswerte Lektüre für alle, die sich intensiver mit Punk, Hardcore und deren Umfeld beschäftigen wollen.

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